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Verfassungsgerichtsurteil : Falschmeldungen zum NPD-Verbot

  • Aktualisiert am

Schnell aber leider falsch Bild: Screenshot FAZ.NET

Als der Präsident des Bundesverfassungsgerichts noch den Antrag zum Verbot der NPD verlas, hatten die ersten Medien ihr eigenes Urteil schon gefällt: Die Falschmeldung verbreitete sich sofort.

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          Um wenige Minuten nach zehn waren die ersten Meldungen zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts über ein mögliches NPD-Verbot bereits online. Das Problem: Sie waren falsch. Mehrere etablierte Medienkanäle meldeten, das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe habe die rechtsextreme Partei NPD verboten. Grund für das Missverständnis war, wie es „Zeit online“ in einem kurz darauf veröffentlichten Blog-Eintrag beschreibt, dass Andreas Voßkuhle zu Beginn der Sitzung nochmals den Verbotsantrag vorlas, den die überschnellen Kommentatoren für die Urteilsverkündung hielten.

          Die Zeitung „Die Zeit“ meldete über Twitter bereits um 10.05 Uhr: „Bundesverfassungsgericht verbietet NPD“, wenig gefolgt von der gegenteiligen Meldung: „Bundesverfassungsgericht lehnt NPD-Verbot ab“.  

          In dem eilig verfassten Blog-Eintrag entschuldigt sich die Chefin vom Dienst bei „Zeit online“, Rieke Havertz, mit den Worten: „Das ist ein Fehler, der nicht hätte passieren dürfen und für den wir uns entschuldigen“.

          Doch nicht nur bei „Zeit online“ wurden aus breaking news versehentlich fake news. Auch „Spiegel online“ meldete nur wenige Minuten nach der „Zeit“ ein vermeintliches Verbot der NPD.

          Auch „Spiegel online“ beeilte sich, die Falschmeldung zu kommentieren und den Fehler einzugestehen.

          Inzwischen jedoch hatte sich die Nachricht über das vermeintliche NPD-Verbot verbreitet und wurde von diversen anderen Kanälen aufgegriffen.

          In ihrem Blog-Eintrag zitiert Rieke Havertz Paul Julius Reuter, den Gründer der großen Nachrichtenagentur, mit der journalistischen Maxime „be first, but first be right“. Und „Spiegel online“ gibt bekannt, aus dem Irrtum im Übereifer gelernt zu haben. Eine Lehre ist: Wird die Informationskette einmal falsch besetzt, verbreiten sich auch Falschmeldungen aus gutem Hause wie die vielfach kritisierten fake news.

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