„Fall Vollbrecht“ an HU Berlin :
Das Prinzip maximalen Misstrauens

Jürgen Kaube
Ein Kommentar von Jürgen Kaube
Lesezeit: 3 Min.
Der Vortrag war abgesagt, protestiert wurde trotzdem: Teilnehmer einer Demonstration gegen den angekündigten Vortrag der Biologin Marie-Luise Vollbrecht vor der Humboldt-Universität am 2. Juli.
Wenn sich Vorwürfe durchsetzen, wie sie der Biologin Marie-Luise Vollbrecht anlässlich eines angekündigten Vortrags an der Humboldt-Uni gemacht wurden, ist das Ende aller Diskussionen.

Der Philosoph Donald Davidson hat einmal festgehalten, dass wir sprachliche Äußerungen nur verstehen können, wenn wir dem „Prinzip des Wohlwollens“ (principle of charity) folgen. Es verlangt von uns, den Äußerungen anderer möglichst viel Verstand und Wirklichkeitsbezug zu unterstellen. Wir nehmen in der Regel an, dass die Leute meinen, was sie sagen, und dafür einen Grund haben, indem sie sich etwa auf irgendwelche Tatsachen beziehen. Wir gewinnen, so Davidson, ein Maximum an Sinn aus den Worten und Gedanken anderer, wenn wir sie auf eine Weise deuten, die unsere Übereinstimmung mit ihnen optimiert.

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