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„Fake News“ bei Facebook : Achtung, ungeprüfte Quelle

Gemach! Mark Zuckerberg nimmt das Thema „Fake News“ zwar ernst, wie er sagt, so eilig hat er es damit dann aber auch wieder nicht. Bild: AFP

Hat Facebook, wie von Mark Zuckerberg angekündigt, begonnen, seine Nutzer vor zweifelhaften Nachrichten zu warnen? Diese von „Techcrunch“ verbreitete Nachricht ist selbst zweifelhaft.

          Mark Zuckerberg lässt seinen Worten Taten folgen: Das war die Nachricht im jüngsten Bericht des Online-Magazins „Techcrunch“ über den vermeintlich neuesten Schritt von Facebook im Kampf gegen sogenannte „Fake News“. Es ist, auch ganz grundsätzlich, eine gute Nachricht, schließlich hält der Facebook-Gründer es gern mal umgekehrt, wenn er auf die Kritik an Maßnahmen oder Maßstäben seines Unternehmens hin beteuert, wie viel ihm die Erfahrungen der Nutzer, die Offenheit und Verbundenheit am Herzen liege, zu der Facebook beitragen wolle.

          Mitte November hatte sich Zuckerberg in die Karten schauen lassen und Schritte zur Eindämmung von Fake News angekündigt: Technische Systeme sollen Nachrichten in den Timelines der Nutzer als falsch erkennen, bevor diese es selbst tun, die Beiträge sollen markiert werden, und es soll Warnhinweise geben, wenn solche Nachrichten bei Facebook geteilt werden. Jetzt berichtet „Techcrunch“ von hellroten Feldern mit dunkelrotem Rahmen und ebensolcher Schrift, in denen zu lesen ist, die Website, von der die Nachricht bei Facebook stammt, sei keine zuverlässige Nachrichtenquelle. Dazu werden unterschiedliche Gründe angegeben, etwa die noch ausstehende Einschätzung der Seriosität des Mediums oder der Umstand, die Nachricht sei „state-sponsored“. Und davor prangt ein Fäkalienhaufen, wie er als Emoji in sozialen Netzwerken und Messengern gelegentlich verwendet wird.

          Als erstes fiel den „Techcrunch“- Journalisten auf, dass auch nachweislich wahre Nachrichten mitunter auf diese Weise markiert werden, wenn sie von einer grundsätzlich als unglaubwürdig eingestuften Quelle stammen. Später bemerkte „Techcrunch“, dass diese Markierung offenbar doch kein Test von Facebook in einer eingeschränkten Nutzergruppe ist, sondern wohl zu einem unabhängigen Plug-in für Google Chrome namens „B.S. Detector“ gehört, das sich der Quellenkennzeichnung im sozialen Netzwerk widmet. Die Nachricht über diesen Schritt im Kampf gegen Fake News ist also selbst eine Fake News. Es gebe noch viel zu tun, hatte Mark Zuckerberg neulich erst verkündet. Das stimmt - für Facebook wie für „Techcrunch“.

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