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„Trending Topics“ beeinflusst? : Facebook bestreitet Manipulation von Nachrichten-Trends

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Unangebrachte Nähe? Facebook muss sich gegen den Vorwurf verteidigen, Mitarbeiter hätten liberale Positionen in den Trending Topics“ des sozialen Netzwerks aufgewertet. Barack Obama und Mark Zuckerberg im April 2011 in der Facebook-Zentrale in Palo Alto. Bild: dpa

Für viele Menschen ist Facebook eine wichtige Nachrichtenquelle. Jetzt erklärten frühere Mitarbeiter, News über Konservative in den Vereinigten Staaten seien unterdrückt worden. Das Online-Netzwerk bestreitet die Vorwürfe.

          Facebook hat den Vorwurf zurückgewiesen, die Auswahl von Artikel für seine Rubrik „Trending Topics“ manipuliert zu haben. Ehemalige Mitarbeiter des Konzerns hatten anonym berichtet, der Algorithmus zur Identifikation der wichtigsten Trends sei nicht„neutral“. Vielmehr sei der Nachrichtenstrom unter chaotischen Rahmenbedingungen zulasten von konservativen Politikern und Websites wie breitbart.com beeinflusst worden. Der zuständige Facebook-Manager Tom Stocky erklärte, das Online-Netzwerk habe keine Belege dafür gefunden. Solche Manipulationen seien nach den internen Richtlinien verboten, schrieb er in einem Facebook-Eintrag am Montag.

          In einem Bericht des Blogs „Gizmodo“ hatten namentlich nicht genannte frühere freie Mitarbeiter berichtet, bei der Überprüfung der News-Trends seien Nachrichten über Politiker wie den einstigen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney oder Treffen konservativer Gruppen herausgefiltert worden. Dagegen seien Themen wie die Bewegung gegen Rassen-Diskriminierung „Black Lives Matter“ künstlich hinzugefügt worden. Die Nachrichten-Trends sollen widerspiegeln, welche Ereignisse gerade die Nutzer interessieren und sind zugleich ein wichtiger Kanal, über den Nachrichten sie erreichen.

          Breitseite gegen Trump

          Facebook-Manager Stocky betonte nun, es gebe technische Barrieren gegen Manipulationen der „Trending Topics“. Zudem würden die Aktionen der Mitarbeiter aufgezeichnet und kontrolliert. Aufgabe des Teams sei es vor allem, die von einer Software ermittelten Trend-Nachrichten lediglich auf Doppelungen, Fälschungen oder schwache Quellenlage zu prüfen.

          Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte vor einigen Wochen mit einem politischen Statement für Aufsehen gesorgt, im dem er sich gegen das Errichten von Mauern wandte. In den Vereinigten Staaten wurde das als Breitseite gegen den republikanischen Präsidentschafts-Anwärter Donald Trump aufgefasst, der eine Mauer zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko vorgeschlagen hatte. Mit über 1,6 Milliarden Mitglieder weltweit wäre Facebook in der Lage, die Ansichten vieler Menschen über eine gezielte Nachrichtenauswahl zu beeinflussen.

          „Individuelle Entscheidungen einzelner Personen“

          „Wir fügen keine Artikel künstlich den Trend-Themen hinzu und weisen auch unsere Prüfer nicht an, dies zu tun“, schrieb Stocky. Auch eine Überprüfung habe gezeigt, dass der Vorwurf, „Black Lives Matter“ sei gezielt zum Trend gemacht worden, falsch sei. Vor einigen Monaten war ein interne E-Mail Zuckerbergs bekannt geworden, in der er Mitarbeitern verbot, den Slogan der Bewegung auf einer Kritzel-Wand in der Facebook-Zentrale durchzustreichen. Das Silicon Valley ist traditionell eher für eine liberale Gesinnung bekannt.

          Den von „Gizmodo“ zitierten Mitarbeitern zufolge seien Themen manchmal zu den Trends hinzugefügt worden, um sie aktueller oder politisch relevanter wirken zu lassen. Einer von ihnen, der sich als Anhänger der Konservativen zu erkennen gab, erzählte, es seien individuelle Entscheidungen einzelner Personen gewesen, die Artikel blockiert hätten. Zugleich räumte auch das Blog ein, dass es keine Belege dafür habe, dass dies eine Firmenpolitik gewesen sei.

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