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Eva Rieger im Gespräch : Wozu halbnackte Solistinnen?

Eva Rieger im Mai 2019: Sie hält eine originale Kompositionsskizze Richard Wagners. Das Werk aus dem Privatbesitz der Musikwissenschaftlerin ist mit einem Wert von 70.000 Euro die größte Schenkung der Geschichte des Wagner-Museums in Graupa. Bild: Picture-Alliance

Die Feministin Eva Rieger über junge Dirigentinnen, die Verdrängung des Körpers in der Genderforschung und den weiblichen Orgasmus bei Richard Wagner.

          7 Min.

          Eva Rieger gehört zu den Gründerfiguren einer feministischen Musikwissenschaft. Ihr Buch „Frau, Musik und Männerherrschaft“ war vor vierzig Jahren ein Fanal, weil es den systematischen Ausschluss der Frau als Gegenstand akademischer Forschung, ihre Verdrängung in der Musikpädagogik und im Musikbetrieb beschrieb. Eva Rieger wird am 21. November achtzig Jahre alt. Noch immer mischt sie sich, gern auch in den Leserbriefspalten dieser Zeitung, in aktuelle Debatten ein. Wir erreichten sie am Telefon zu Hause in Liechtenstein. F.A.Z.

          Jan Brachmann

          Redakteur im Feuilleton.

          Als Ihr Buch „Frau, Musik und Männerherrschaft“ 1988 seine zweite Auflage erlebte, schrieben Sie im Vorwort, es habe wenig ausgerichtet und doch größte Resonanz gefunden. Hat sich daran in den letzten vier Jahrzehnten etwas geändert?

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