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EU-Spitzenposten : Ach, Europudding

Dreierbund: Emmanuel Macron, Angela Merkel und Christine Lagarde, hier bei einem G7-Treffen im Mai 2017. Bild: dpa

Das ist ungenießbar: Das EU-Postengeschacher folgt Rezepten, von denen wir hofften, sie seien längst überholt. Vom „Projekt Europa“ bleibt nicht viel.

          Man nehme: einen französischen Regisseur, ein polnisches Skript, eine deutsche Kamerafrau, englischsprachige Schauspieler und Italien als Drehort. Oder eine junge österreichische Kommissarin, einen eleganten Kollegen aus Italien, einen jovialen französischen Spurensucher, einen akribischen Schweizer Gerichtsmediziner und einen cleveren englischen Detective. Oder man nehme: Rindertalg, Äpfel, Semmelbrösel, Mehl, Salz, Zucker, Zitrone, Rosinen, Korinthen, Orangeat, Zitronat, Nelken, Muskat, Zimt, Sahne, Eier und Rum. Man könnte allerdings auch nehmen: einen französischen Staatspräsidenten, eine deutsche Kanzlerin, einen polnischen Ratspräsidenten, eine deutsche Ministerin, eine französische Währungsfondschefin und einen italienischen Journalisten. Das ergibt was?

          Es ergibt, was die bösen Briten in den Achtzigern mit Blick auf die europäische Film- und Fernsehproduktion „Europudding“ genannt haben: eine Mischung, zu der jeder etwas hinzufügt, die alle satt machen soll, aber nach nichts mehr schmeckt. Fades, am Quoten-Reißbrett entworfenes 08/15-Programm, das keine kulturellen Wurzeln, aber eine eigene europäische Filmförderung hat. Tom Tykwers Film „Heaven“ galt noch Anfang der zweitausender Jahre als ein solches Puddingprojekt, von dem es in den achtziger und neunziger Jahren einige gab. Die Serie „Eurocops“ (oder „Euroflics“) war ein leuchtendes Beispiel für diesen europäischen Selbstbehauptungswillen gegen die Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten. Die öffentlich-rechtlichen Regionalkrimis von heute, in denen deutschsprachige Ermittler wie selbstverständlich an den schönsten Orten Europas ermitteln und den Kollegen in der Ferne vormachen, wie es geht, sind ein später Ausläufer, der auch ins – politische – Bild passt. Das Ergebnis ist ein großer Brei.

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          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

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