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Essen der Zukunft : Voll fett

Toastbrot ist auch keine Lösung: Die Japanerin Izumi Miyazaki inszeniert sich mit Lebensmitteln. Bild: IzumiMiyazaki

Ist Fair Trade eine Illusion? Und was kommt morgen auf den Tisch? Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden nimmt in einer Sonderausstellung die Zukunft des Essens unter die Lupe.

          3 Min.

          Wenn im RTL-„Dschungelcamp“ Prominente oder Menschen, die sich dafür halten, Insekten verspeisen, schauen wir ihnen angeekelt oder fasziniert dabei zu. Dabei sind die Tierchen höchst nahrhafte Energiespender und könnten dazu beitragen, die weltweit wachsende Menschheit zu ernähren. Und während die meisten von uns das Verspeisen von Gliedertieren ähnlich weit weg wie Australien wähnen, haben erste Lebensmittelhändler auch hierzulande bereits entsprechende Produkte im Angebot. Einen „Insektenburger“ aus Würmern etwa, der reichlich Proteine enthält, aber bei seiner Produktion viel weniger Treibhausgase als gängige Lebensmittel verursacht. Auch Müsli-Riegel aus Käfern sowie Mehlwürmern halten Supermärkte schon bereit und zeigen: Die Zukunft des Essens ist längst da.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Dem Thema widmet sich derzeit das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden in der überaus sehenswerten Ausstellung „Future Food – Essen für die Welt von morgen“. Es gehe dabei nicht um die großen Probleme, vor denen wir stehen, sondern die Herausforderungen künftiger Ernährung und wie weltweit daran gearbeitet wird, diese zu bewältigen, sagt die Kuratorin Viktoria Krason. „Wir machen hier kein Science-Fiction, sondern zeigen, worüber wirklich diskutiert und was schon ausprobiert wird.“ Im ersten von drei Kapiteln widmet sich die Schau technischen Innovationen beim Anbau, aber auch Alternativen zu herkömmlichen Produkten. Zu sehen ist der Prototyp eines Pflückroboters für Paprika, der via Kamera erkennt, ob eine Frucht reif für die Ernte ist, und sie dann automatisch abschneidet und in einen Fangkorb fallen lässt. Und eine patentierte Sojawurst, die während des Ersten Weltkriegs der damalige Kölner Ernährungsdezernent und spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer patentieren ließ, zeigt, dass alternative Lebensmittel keine neue Erfindung sind.

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