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Gutachten zu Missbrauch : Notizen erlaubt, Zitate verboten

Geschredderte Aktenblätter: Kardinal Woelki hat auch die reguläre Aktenvernichtung im Erzbistum Köln untersagt Bild: dpa

Welche Bedenken hat das Erzbistum Köln wirklich gegen das Münchner Gutachten zu sexuellem Missbrauch? Wahrscheinlich erhellt es die Krise der katholischen Kirche auf nicht-juristische Weise.

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          Von heute an kann beim Erzbistum Köln, wie seit Wochen angekündigt, auch das bislang unter Verschluss gehaltene erste Gutachten eingesehen werden. Das Gezerre um dieses Gutachten der Münchner Kanzlei Westphal Spilker Wastl (WSW) hat seit Monaten den Fokus auf das Thema des sexuellen Missbrauchs gebildet, innerhalb wie außerhalb der Kirche. Wegen angeblicher methodischer Unwuchten war es vom Kölner Kardinal Woelki zurückgehalten worden, bis vergangene Woche das stattdessen in Auftrag gegebene zweite Gutachten der Kölner Kanzlei Gercke & Wollschläger publiziert worden war.

          Christian Geyer-Hindemith
          Redakteur im Feuilleton.

          Nun also soll das WSW-Gutachten aufhören, eine Geheimsache zu sein – aber auch nicht so richtig. In einem juristisch hochgerüsteten Bezirk, dem Kölner Maternushaus, ist Einblick nach Agentenmanier möglich: nach Anmeldung in abgezirkelten Zeitfenstern von maximal anderthalb Stunden, bei zehn gleichzeitig zur Verfügung stehenden Plätzen. Vor Einsichtnahme müssen alle persönlichen Gegenstände abgegeben werden (auch in der Armbanduhr könnte ja eine Mikrokamera installiert sein). Notizen sind erlaubt, Abschriften nicht gestattet – von welchem Panoptikum her wird wohl das eine vom anderen geschieden werden können? Und: „Das unzulässige Gutachten darf nicht vervielfältigt werden, deshalb sind Zitate untersagt.“ Von heute an bis zum 1. April währt der Space des Spähens.

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