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Ernährung : Wie gesund sind Biolebensmittel?

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Bei Bio-Milch sieht es ähnlich aus: Sie hat ein günstigeres Fettsäuremuster als konventionelle Milch, das haben verschiedene Studien gezeigt. Aus langfaserigem Rauhfutter bilden Rinder andere Moleküle als aus dem Kraftfutter konventioneller Haltungsformen. Niggli bringt die Unterschiede bei pflanzlichen Lebensmitteln auf die Formel: „Wenn man einen Bio-Apfel isst, hat man die Antioxidantien von anderthalb konventionellen Äpfeln aufgenommen.“

Wissenschaftliche Studien sind schwer durchführbar

Hört man Nigglis Antwort, denkt man unwillkürlich: Na also, so einfach ist es, Bio ist eben doch gesünder. Doch ganz so einfach ist es nicht. Das Hüsteln, Kichern und Zögern der Experten hat nämlich noch einen anderen Grund. Zwar wissen wir, dass bestimmte Inhaltsstoffe, die als günstig für die Gesundheit gelten, in Bioprodukten reichlich vorhanden sind und in konventionellen Produkten weniger. Aber ob eine ausschließliche Bio-Ernährung dann auch wirklich positive Folgen für die menschliche Gesundheit hat, lässt sich nur sehr schwer in wissenschaftlichen Studien klären. Schließlich kann man Menschen nicht wie Versuchsmäuse von Geburt an für längere Zeit kasernieren und sicherstellen, dass sie wirklich nur Bio zu sich nehmen.

Bild: F.A.Z.

Manche Forscher haben versucht, zumindest ansatzweise an „kasernierten“ Menschen herauszufinden, wie sich eine Umstellung auf Bio-Ernährung auf die Gesundheit auswirkt: Sie haben die Ernährung von Nonnen, die abgeschieden in Klöstern leben, auf Biokost umgestellt und dann untersucht, ob sich Effekte auf gesundheitliche Parameter bei den Teilnehmerinnen feststellen ließen. Ernährungswissenschaftler klingen leicht belustigt, wenn sie diese Studien erwähnen.

Siebzehn postmenopausale Ordensschwestern hat ein deutsch-schweizerisches Forscherteam beispielsweise einmal vier Wochen lang mit Biolebensmitteln bekocht. Den Nonnen ging es währenddessen subjektiv besser, ihr Blutdruck sank. Aber die Probandenzahl war viel zu klein, die Zeit zu kurz - und die Autoren der Studie räumen selbst ein, dass sie nicht genau wissen, ob die Nonnen sich vielleicht einfach besser fühlten, weil man ihnen ein paar Wochen lang Aufmerksamkeit schenkte. Die Experten am Telefon glucksen lauter als sonst, wenn sie solche Studien erwähnen. „Es gibt eben auch wissenschaftliche Studien, die total unwissenschaftlich sind“, sagt eine Agrarwissenschaftlerin vergnügt.

Panik vor Pestiziden

Ernst werden die Fachleute erst, wenn man nach einer ganz anderen Dimension des Themas fragt: Ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist, hat schließlich nicht nur etwas mit der Menge an erwünschten Inhaltsstoffen zu tun, sondern auch damit, ob unerwünschte Substanzen darin enthalten sind, Pestizidrückstände oder Bakterien zum Beispiel. Und das ist ein nicht ganz so amüsantes Kapitel. Biobauern dürfen ihre Feldfrüchte nicht mit synthetischen Pestiziden gegen Schädlinge schützen, sie verwenden Kaliseifen, Kupfer oder andere „natürliche“ Mittel.

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