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Elbphilharmonie-Akustiker : „Das Ganze hat auch viel mit Psychologie zu tun“

  • Aktualisiert am

Perle mit Problemen: Die Hamburger Elbphilharmonie schimmert in der Sonne. Bild: dpa

Beschwerden hält er für normal, Veränderungen für ausgeschlossen und mehr Vorbereitungszeit für angeraten: Yasuhisa Toyota, Akustiker der Elbphilharmonie, antwortet auf die Klagen von Zuhörern und Musikern.

          In der Diskussion um den Klang in der Hamburger Elbphilharmonie findet der Akustiker des Konzerthauses, Yasuhisa Toyota, die Kritik einiger Besucher wenig überraschend. „Beschwerden einiger Besucher, dass sie etwas nicht hören konnten, sind sehr normal“, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“. Musiker benötigten ausreichend Zeit, um sich an das Spielen zu gewöhnen. Bauliche Veränderungen oder Anpassungen seien nicht geplant. „Grundlegende Veränderungen an der Akustik sind bei solchen Sälen nicht möglich“, sagte er dem Blatt.

          Nach einem Konzert in der Elbphilharmonie hatte kürzlich der Startenor Jonas Kaufmann die Akustik in dem Konzerthaus kritisiert. Während des Konzerts hatten Zuhörer, die hinter dem Orchester saßen, den Platz gewechselt, weil sie den Sänger nicht hörten, oder „Hier hört man auch nichts“ gerufen. „Ich frage mich auch wirklich, ob man nur bei der Planung dieses Saals einzig an Konzerte mit großen Orchestern gedacht hat und nicht die Vielfalt unseres Metiers“, hatte der Sänger anschließend dem „Hamburger Abendblatt“ gesagt.

          Auf das Konzert angesprochen, sagte Toyota dem Blatt: „Als ich diese unglückliche Nachricht erhielt, habe ich gefragt: Wer hat dirigiert, welches Orchester hat gespielt? Beide waren nie vorher im Großen Saal gewesen.“ Seine Erklärung: „Sie hatten nicht genügend Zeit für die Vorbereitung.“ Toyota rät dem Sänger, in die Elbphilharmonie zurückzukehren. „Aufgeben wäre für ihn keine gute Idee. Das Ganze hat eben auch viel mit Psychologie zu tun.“

          Der Dirigent Ingo Metzmacher hält die aktuelle Diskussion um die Akustik des der Elbphilharmonie für überzogen. „Es gibt tolle, sehr unterschiedliche Konzertsäle aus dem 19., 20. und jetzt auch aus dem 21. Jahrhundert. Aber es gibt keine ideale Akustik“, sagte er der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag). „Ich habe in der Elbphilharmonie nur gute Erfahrungen gemacht“, sagte der Intendant der Kunstfestspiele Herrenhausen. „Ich finde, sie ist ein ganz wunderbarer Ort.“ Metzmacher war von 1997 bis 2005 Generalmusikdirektor an der Staatsoper Hamburg.

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