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Infektionsschutz : Was eine Impfpflicht rechtfertigen könnte

  • -Aktualisiert am

Infektionsschutz für eine freie Gesellschaft? Die Schäden müssen permanent gegen seinen Nutzen abgewogen werden. Bild: dpa

Um die Pandemie zu überwinden, braucht es eine globale Kraftanstrengung. Es gehört aber nicht zu den Aufgaben des Staates, Menschen vor sich selbst zu schützen. Welchen Infektionsschutz braucht eine freie Gesellschaft?

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          In unserer Gesellschaft kann die eigene Freiheit beschränkt werden, wenn sie die Freiheit von anderen berührt. Dieses Prinzip gilt jedoch nicht absolut. Würde es absolut gelten, dürften wir nicht mehr Auto fahren, Fleisch essen oder die Welt bereisen, weil wir damit die Umwelt und die Gesundheit unserer Mitmenschen schädigen. Würde es absolut gelten, dürften wir keine individuellen Risiken mehr eingehen, weil wir im Schadensfall der Solidargemeinschaft zur Last fallen könnten. Würde es absolut gelten, müssten wir die Maskenpflicht und Abstandsregeln bis in alle Ewigkeit aufrechterhalten, weil es auch jenseits von Covid-19 Infektionskrankheiten gibt – teilweise auch solche ohne verfügbare Impfung –, die eine gewisse Gefahr für unsere Mitmenschen darstellen.

          Das Grundprinzip unserer Gesellschaft ist also nicht, dass die eigene Freiheit dort endet, wo sie die Freiheit von anderen berührt. Das Grundprinzip unserer Gesellschaft ist, dass Inter­essen gegeneinander abgewogen werden und bestimmte im Grundgesetz definierte Rechte dabei Vorrang vor anderen haben. In der Pandemie verlieren wir dieses Grundprinzip leider zunehmend aus dem Blick.

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