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Bilanz der Hitzewelle : Was vom Sommer übrig bleibt

t Wolfgang Guckert schält einen verkümmerten Maiskolben aus einem seiner Maisfelder. Bild: Ilkay Karakurt

Dürre, Hitze, Waldbrände: Die heißen Monate haben Mensch und Natur alles abverlangt. Die Schäden sind verheerend, die Verzweiflung ist groß – besonders unter Landwirten. Eine Bilanz

  • -Aktualisiert am
          8 Min.

          Das Feuer bricht am Mittag des 25. Juli aus. Es wütet acht Tage lang, springt von Baumkrone zu Baumkrone, frisst sich durch knochentrockenes Gras, schlägt Menschen in die Flucht und tötet vierhundert Schweine. Eine Feuerwalze, die schnell ihre Richtung ändert und im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster Angst verbreitet. Sören Diecke sagt: „So ein Feuer habe ich noch nie gesehen.“ Und Diecke, Anfang fünfzig, groß und kräftig, hat in seinem Leben schon viele Feuer gesehen und gelöscht. Seit 37 Jahren ist er bei der freiwilligen Feuerwehr, seit 18 Jahren Stadtbrandmeister. Ob er um sein Leben gefürchtet hat? „Ja.“

          80 Kilometer südwestlich, im Hof des Anglerverbands Leipzig, stehen drei Mülltonnen im Sonnenschein und stinken. Dabei haben die Männer von der Tierkörperverwertung die toten Fische schon am frühen Morgen abgeholt. 330 Kilogramm. Zander, Karpfen, Aale, Forellen. Matthias Kopp, ein gemütlicher Mann mit leiser Stimme, sagt: „Mein Herz blutet.“ Das Massenfischsterben in der Oder hat die Bevölkerung überall im Land bestürzt. Ein großes Drama, das die zahllosen kleinen Dramen überlagert. Dabei sind auch sie, die kleinen Dramen, verheerend. Als stellvertretender Geschäftsführer des Leipziger Anglerverbands erlebt Kopp sie jeden Tag. Er sagt: „Wir haben hier in der Region Gewässer, die zum ersten Mal überhaupt komplett ausgetrocknet sind. Die Fischbestände dort sind ein Totalverlust.“

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