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„Druckwelle der Gegenöffentlichkeit“ : Künstler protestieren gegen Rechtsruck in Ungarn

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Am Nationalfeiertag, dem 15. März, wird vor dem Parlament in Budapest die ungarische Fahne gehisst Bild: dpa

Sie protestieren dagegen, dass sich Ungarn in ein „Rechtsregime“ verwandelt: Rund fünfzig Autoren wie Elfriede Jelinek und Christoph Hein, Schauspieler wie Edgar Selge und Matthias Brandt, Regisseure wie Ulrich Khoun und Roberto Ciulli melden sich zu Wort.

          Nach der umstrittenen Verfassungsreform in Ungarn fordern Autoren, Theaterleute und bildende Künstler stärkeren politischen Druck auf die Regierung in Budapest. „Ungarn verwandelt sich unter der Regierung Viktor Orbáns in ein Rechtsregime, Europa schaut zu“, heißt es in einer Erklärung, die unter anderem von Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, dem Komponisten Helmut Lachenmann sowie den Regisseuren Ulrich Khuon und Roberto Ciulli unterzeichnet ist.

          In ihrem Aufruf, der in der April-Ausgabe der Zeitschrift „Theater der Zeit“ erscheint, schlagen die rund 50 Initiatoren einen Kongress „zugunsten eines demokratischen und republikanischen Ungarns“ in Wien vor. Von dort aus solle „eine mächtige Druckwelle der Gegenöffentlichkeit“ ausgehen. Zu den Unterzeichnern gehören auch die Schauspieler Matthias Brandt, Burghart Klaußner und Edgar Selge, die Choreographen Susanne Linke und Johann Kresnik, der Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel und der Autor Christoph Hein.

          Das Parlament in Budapest hatte mit der Zweidrittelmehrheit der rechtskonservativen Koalition die Verfassungsänderungen beschlossen. Aus Sicht von Kritikern schränken sie die Befugnisse des Verfassungsgerichts ein und geben der Regierung mehr Möglichkeiten, in die Justiz einzugreifen.

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