https://www.faz.net/-gqz-7yaxy

Dresden als Kulturhauptstadt : Ein Zeichen der Vielfalt des kulturellen Erbes

  • -Aktualisiert am

Kulturelles Erbe unter Polizeischutz: Einsatzfahrzeuge auf dem Dresdner Schlossplatz vor der Pegida-Demonstration am 22. Dezember Bild: dpa

Jetzt erst recht: Ungeachtet des schlechten Images durch die Pegida-Demonstrationen will Dresdens Oberbürgermeisterin ihre Stadt zur „Kulturhauptstadt Europas“ machen. Die Bewerbung war schon im November geplant.

          1 Min.

          „Das ist nicht unsere Stadt, was da montags passiert“, sagt Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz. Die lange geplante Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt 2025 will die CDU-Politikerin ungeachtet der Pegida-Märsche durchführen. Die Stadt, die gerade zum Pilgerort einer Bewegung geworden ist, die sich gegen Vielfalt in Europa einsetzt, will sich nun gegen die Islamfeindlichkeit wehren und ihre Bürgerschaft aufrütteln.

          Laut Orosz dürfe die Bewegung nicht dazu führen, dass „wir erstarren“. Dresden sei „ein würdiger Vertreter Deutschlands“ mit Semperoper, Staatskapelle, Musikfestspielen, Staatlichen Kunstsammlungen und Kreuzchor. Weiterhin gäbe es in den nächsten Jahren neue Gebäude mit neuen Nutzungskonzepten wie den Kulturpalast und das Theater- und Kunstzentrum Kraftwerk Mitte.

          Der Titel „Kulturhauptstadt Europa“ wird jährlich an mindestens zwei Städte vergeben. Er soll den Reichtum und die Vielfalt des kulturellen Erbes in Europa herausstellen und das Verständnis zwischen den Bürgern Europas fördern. Schon im November 2014 hatte der Dresdner Stadrat die Oberbürgermeisterin beauftragt, die Bewerbung der sächsischen Landeshauptstadt zu prüfen. Orosz rief daraufhin einen Initiativkreis aus Kulturschaffenden und Wissenschaftlern zusammen, um für das Thema zu werben.

          Der Titel entspreche dem „echten Dresden“, bekräftigt Jason Beechey, Rektor der Palucca-Schule und Mitglied des Initiativkreises. Laut Hartwig Fischer, dem Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, habe allein die Bewerbung eine „unglaubliche Dynamik“ ausgelöst. Auch der Dirigent Christian Thielemann und der Rektor der Technischen Universität Dresden, Hans Müller-Steinhagen, gehören dem Initiativkreis an.

          Dresden wäre 2025 die dritte deutsche Kulturhauptstadt Europas nach West-Berlin 1988, Weimar 1999 und Essen im Jahr 2010.

          Weitere Themen

          Gespaltene Staaten

          FAZ Plus Artikel: Wahl in Amerika : Gespaltene Staaten

          Aus dem zivilisierten Wettstreit um die politische Macht zwischen Rot und Blau ist in den Vereinigten Staaten ein radikaler Kampf um alles oder nichts geworden; das liegt nicht nur an Donald Trump. Ein Gastbeitrag.

          Topmeldungen

          Eine Frau mit einer Packung Eier – im Hintergrund das Kapitol in Havanna

          Corona-Krise auf Kuba : Schlimmer als die Pandemie

          In Kuba setzt die Regierung strenge Maßnahmen gegen Corona ein. Noch härter als die Pandemie trifft die Menschen jedoch die Lebensmittelkrise. Das Land schlittert in eine immer schwierigere Situation.
          Wahlkämpferisch: Donald und Melania Trump am Freitag bei einer Veranstaltung in Tampa, Florida.

          Wahl in Amerika : Gespaltene Staaten

          Aus dem zivilisierten Wettstreit um die politische Macht zwischen Rot und Blau ist in den Vereinigten Staaten ein radikaler Kampf um alles oder nichts geworden; das liegt nicht nur an Donald Trump. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.