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Drei Comebacks in der Krise : Da bin ich wieder

Sie sind durch eine Krise gegangen. Sie waren gefallen, verachtet und ausgemustert. Doch dann sie haben sie das Blatt gewendet. Ein Schauspieler, ein Banker, ein Trainer und drei Geschichten vom Zurückkommen.

          9 Min.

          Sie sind durch eine Krise gegangen. Sie waren gefallen, verachtet und ausgemustert. Doch dann sie haben sie das Blatt gewendet. Ein Schauspieler, ein Banker, ein Trainer und drei Geschichten vom Zurückkommen.

          Verena Lueken
          Freie Autorin im Feuilleton.
          Rainer Hank
          Freier Autor in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
          Christian Eichler
          Sportkorrespondent in München.

          Ein Verwundeter tritt vors Publikum: Mickey Rourke
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          on Verena Lueken

          Manchmal fällt ein Mann wie ein Baum. Weil er hart aufschlägt und eine Weile liegen bleibt, meint man, er stehe niemals wieder auf. Bei Mickey Rourke dauerte die Weile fast fünfzehn Jahre. Wer in dieser Zeit hin und wieder an ihn dachte, seine alten Filme sah, „Heaven's Gate“, „Body Heat“, „Diner“ oder „Rumblefish“ (alle in den frühen Achtzigern gedreht), und sich dann an „Wild Orchid“ und alles, was folgte, erinnerte, konnte unmöglich erwarten, ihm jemals wieder mit Begeisterung zuzuschauen. Sein Comeback als Randy, the Ram in Darren Aronofskys „The Wrestler“ kam ebenso überraschend wie es bewegend war. Weil der Mann nicht so tat, als sei er der alte. Weil er als Verwundeter vors Publikum trat und sich bedankte und keinem anderen die Schuld an seinen langen düsteren Jahren gab. Weil er eine Würde hatte, die aus der Gosse kam, aus der er gerade wieder auftauchte, und weil er bei alldem die schrillsten Anzüge und meist einen seiner Chihuahuas im Arm trug.

          Blick in den Händlersaal der Commerzbank in Frankfurt am Main
          Blick in den Händlersaal der Commerzbank in Frankfurt am Main : Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

          Wie groß sein Comeback werden würde - das heißt: wieviel Zukunft es bedeutete -, das begann man zu ahnen, als nach dem Goldenen Löwen für „The Wrestler“ beim Filmfestival in Venedig 2008 für Mickey Rourke als Darsteller eine Preisnominierung nach der anderen folgte. Rourke gewann dann eine Menge dieser Preise, darunter Anfang des Jahres 2009 den BAFTA Award und den Golden Globe, und wenn er dann auch noch den Oscar, für den er ebenfalls nominiert war, in die Hand gedrückt bekommen hätte, wäre dies kein Comeback mehr gewesen, sondern ein Märchen. Den Oscar gewann Sean Penn.

          Mickey Rourke, Jahrgang 1952 (oder, wie andere Quellen sagen, 1956), betrat die Welt des Kinos als blendend aussehender Talentprotz, in dem damals viele Beobachter einen neuen Marlon Brando zu erkennen glaubten. Er hatte etwas von dessen Gewalttätigkeit an sich, einen ähnlich unwiderstehlichen Charme, der physisch war und direkt, sexuell aufgeladen, rebellisch. Sein Bühnendebüt gab er in New York in Arthur Millers „A View from the Bridge“, kurz darauf, 1979, brachte ihn Steven Spielberg erstmals auf die Leinwand. Sein Film „1941“ kam bei uns unter dem bescheuerten Titel „Wo bitte geht's nach Hollywood“ in die Kinos. In den folgenden Jahren sah es nicht so aus, als müsste Rourke sich diese Frage ernsthaft stellen. bis die Filmindustrie ihm 1986 dennoch die Antwort gab: Sie hieß „9 1/2 Wochen“, wurde sein größter kommerzieller Erfolg und machte aus ihm auch auf der Leinwand den Vollidioten, zu dem er sich, was sein Verhalten nicht nur am Drehort anging, längst entwickelt hatte. Rourke hatte seine Karriere bewusst weggeworfen, arrogant und angewidert; er lernte seine Texte nicht, er pöbelte seine Regisseure an, er wurde zur unerwünschten Figur. Das war 1986.

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