https://www.faz.net/-gqz-ah519
 

Mario Draghis Zwischenbilanz : Die Kraft europäischer Vernunft

  • -Aktualisiert am

Mario Draghi am 12. Oktober auf der außerordentlichen G20-Konferenz zu Afghanistan Bild: Imago

In Italien hat die Regierung von Mario Draghi den politischen Populismus ausgebremst. Ist es ihm auch gelungen, das Land nachhaltig politisch zu verändern?

          5 Min.

          Mit dem Populismus in Italien geht es zu Ende, als habe er den Zug der Zeit verpasst. Als unwiderstehliche Macht der Geschichte hatte ihn Matteo Salvini noch Anfang vergangenen Jahres inszeniert. Sein schrill orchestrierter Marsch auf Rom endete damals am Nordufer des Flusses Rubicone, als die Wähler der Emilia-Romagna es vorzogen, sozialdemokratische und zivile Parteien in ihre Regionalregierung zu schicken.

          Jetzt haben überall im Land Bürger der größten Städte den Populismus an den Rand geschoben. Nach den Kommunalwahlen stehen Neapel, Rom, Bologna, Mailand und Turin unter sozialdemokratischer Leitung. In Rom und Turin wurden die Bürgermeisterinnen der Fünf-Sterne-Bewegung abgewählt, sie erhielten nur noch ein Viertel ihrer früheren Stimmen. Die Kandidaten der rechtspopulistischen Parteien, geführt von Matteo Salvini und Giorgia Meloni, blieben mit einem Abstand von 20, 30, in Neapel sogar 40 Prozent hinter den Siegern zurück. Für Politiker, die den Anspruch erheben, den Willen des „Volkes“ zu verkörpern, sind das verheerende Ergebnisse.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Wie sensibel darf es sein? Der Philosoph Richard David Precht während der phil.Cologne im September 2021

          Precht und Flaßpöhler : Sie nennen es Freiheit

          Die haltlosen Behauptungen der Impfskeptiker dringen immer weiter in die bürgerliche Mitte vor. Für die neue pandemische Situation ist das fatal.
          Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

          Dramatik nicht erkannt : Sachsen an der Corona-Spitze

          Der Freistaat verzeichnet die meisten Neuinfektionen und die wenigsten Geimpften. Das liegt an den Sachsen – aber auch an ihrer Regierung.