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BDS-Engagement : Streit um Nelly-Sachs-Jury wegen Kamila Shamsie

  • Aktualisiert am

Kamila Shamsie im Oktober 2018 auf der Frankfurter Buchmesse Bild: Picture-Alliance

Eine Jury der Stadt Dortmund hat die britisch-pakistanische Schriftstellerin Kamila Shamsie den Nelly-Sachs-Preis wieder aberkannt. Jetzt regt sich Widerstand gegen die Entscheidung.

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          Mehr als 200 internationale Künstler haben die Entscheidung der Stadt Dortmund kritisiert, Kamila Shamsie den Nelly-Sachs-Preis wieder abzuerkennen. In dem im London Review of Books erschienenen offenen Brief warfen die Unterzeichner der Stadt vor, dass die Aberkennung das Recht der Kunstschaffenden auf Redefreiheit und Kritik unterminiere. Die Autoren zitieren zudem eine Erklärung von vierzig jüdischen Organisationen, demnach das „gefährliche Vermischen von antijüdischem Rassismus mit Kritik an Israels Politik [...] sowohl dem palästinensischem Kampf für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit als auch dem globalen Kampf gegen Antisemitismus schade“. Zu den Unterstützern des Schreibens zählen unter anderen der Literaturnobelpreisträger JM Coetzee, der deutsche Filmemacher Alexander Kluge und der amerikanische Wissenschaftler Noam Chomsky.

          Der britisch-pakistanischen Autorin Shamsie wurde Anfang September der Nelly-Sachs-Preis verliehen, bevor die Stadt Dortmund ihr die Auszeichnung wieder aberkannte. Ausschlaggebend sei laut der Stadt das zuvor unbekannte Engagement Shamsies für die BDS-Bewegung (BDS steht für „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“) gewesen. Die Bewegung soll darauf hinarbeiten, Israel wirtschaftlich, politisch und kulturell zu isolieren. Sowohl der nordrhein-westfälischen Landtag als auch der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, halten BDS für klar antisemitisch.

          Mit ihrem Votum für Shamsie habe die Jury das herausragende literarische Werk der Autorin gewürdigt, teilte die Stadt weiter mit. Zu diesem Zeitpunkt sei den Mitgliedern der Jury trotz vorheriger Recherche nicht bekannt gewesen, „dass sich die Autorin seit 2014 an den Boykottmaßnahmen gegen die israelische Regierung beteiligt hat und weiter beteiligt“. Die Jury bedauere die eingetretene Situation „in jeder Hinsicht“.

          Dies stehe im deutlichen Widerspruch zu den Satzungszielen der Preisvergabe und zum Geist des Nelly-Sachs-Preises. Der Preis habe den Anspruch, „Versöhnung unter den Völkern und Kulturen zu verkünden und vorzuleben“. Für das Jahr 2019 werde keine andere Preisträgerin benannt. Die nach der jüdischen Schriftstellerin Nelly Sachs benannte Auszeichnung werde erst wieder im Jahr 2021 vergeben.

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