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FAZ Plus Artikel Diskussion um „Avenidas“ : Kunst darf alles, nur nicht immer

Eugen Gomringer am Pariser Platz in Berlin, wo sein Gedicht an eine Wand geschrieben steht Bild: dpa

Gab es zur Debatte um Eugen Gomringers „Avenidas“ wirklich noch etwas nachzutragen? Ja: Die abschließende Diskussion mit dem Dichter und zwei Gegnerinnen des Gedichts traf den Kern der Sache.

          Die gute Nachricht zuerst: Bei der öffentlichen Diskussion mit dem schweizerisch-bolivianischen Dichter Eugen Gomringer und zwei Vertreterinnen der Alice-Salomon-Hochschule, die dessen auf der Südfassade prangendes Gedicht „avenidas“ im Herbst wegen angeblicher Frauenfeindlichkeit überpinseln lassen wird (F.A.Z. vom 29. August 2017), kam es weder zu verbalen Ausfällen noch zu Handgreiflichkeiten. Journalisten maulten, dass sie im vollen Saal des Berliner Max-Liebermann-Hauses so weit hinten plaziert wurden, doch viel mehr Grund zur Klage hätte der Dichter gehabt. Er saß unsekundiert zwei Frauen gegenüber und befand sich in der peinlichen Situation, sein eigenes Gedicht verteidigen zu müssen – ein Fehler der Stiftung Brandenburger Tor, die den Text von „avenidas“ vor ein paar Wochen aus Solidarität an ihre Fassade hängen ließ. So kam es, wie es kommen musste: Die Apologie der Kunst stieß ins Leere, weil sie auf dem Podium nur einen Moderator, aber keinen zweiten Anwalt hatte.

          Paul Ingendaay

          Europa-Korrespondent des Feuilletons in Berlin.

          Das Gedicht, bestehend aus vier mehrfach miteinander kombinierten Nomen, einem unbestimmten Artikel und einer sechsmal verwendeten Konjunktion, ist schnell zitiert: „avenidas / avenidas y flores // flores / flores y mujeres // avenidas / avenidas y mujeres // avenidas y flores y mujeres y / un admirador.“ Der 93 Jahre alte Gomringer trat kampflustig auf. Das Schönste an dem Gedicht sei, „dass es nicht auf Deutsch ist“, es sei „schön zu sprechen, schön zu sehen“, und wenn man dann noch bedenkt, dass Gomringer, der erste konkrete Poet überhaupt, seine Sprachspiele nur sechs Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Kontaminierung der deutschen Sprache durch den Nationalsozialismus trieb, versteht man den zuschreibungsresistenten Geist jener Zeilen besser.

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