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KI und Datenhoheit : Wie wir schleichend unseren freien Willen aufgeben

Keine harmlosen Helfer für lästige Alltagsdinge, sondern schleichende Eroberer unseres Willens Bild: dpa

Die „Leibeigenen“ des 21. Jahrhunderts sind wir: Der französische Philosoph Gaspard Koenig bereist und analysiert die Welt der Künstlichen Intelligenz. Am Ende gibt es nur eine Rettung: Dateneigentum.

          7 Min.

          Ein neues Zeitalter der Leibeigenschaft ist angebrochen. Die Menschen haben kein Eigentum, sie bleiben immer auf dem Hof und liefern dem Leibherrn kostenlos, wonach er verlangt. Im Gegenzug erhalten sie Dienstleistungen, ohne dafür direkt zu bezahlen. Früher, in der alten Leibeigenschaft, waren diese Dienste der Schutz vor feindlichen Überfällen und das Recht, die Mühle, den Ofen oder die Weinpresse zu nutzen. Dafür hatten die Bauern den Großteil ihrer Ernte abzugeben und Frondienste zu leisten.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Die „Leibeigenen“ des 21. Jahrhunderts sind wir alle, die wir die so genannten sozialen Netzwerke benutzen: Wir geben unsere Daten kostenlos her und bekommen dafür den Zugang zu ihren Diensten. Google & Co bauen auf Geschäftsmodelle, in denen kaum Kosten für den Rohstoff vorgesehen sind. Widerstand ist schwierig: Im vergangenen Jahr begann der Brite Oli Frost seine Facebook-Daten auf Ebay zu versteigern, darunter Fotos, Angaben über Freunde und Familie sowie seine politischen Präferenzen. Bis auf fast 400 Dollar stiegen die Angebote, doch dann stoppte Ebay die Auktion. Sie verstieß gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook. Frost gehören die Daten gar nicht.

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