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Haithabu ist Weltkulturerbe : Die wachgeküsste Stadt

Einst lebten auf dem Gelände von Haithabu Händler und Handwerker mit ihren Familien, insgesamt etwa tausend Menschen. Sieben ihrer Häuser wurden jüngst rekontruiert. Bild: dpa

Mit Haithabu ist eines der wichtigsten mittelalterlichen Handelszentren Nordeuropas an diesem Samstag zum Weltkulturerbe erklärt worden. Über eine Wikingersiedlung, die blühte und im Feuer unterging.

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          Geflucht wird er haben, der reisende Händler, ganz fürchterlich sogar, und einen sehr leisen Nachhall davon meint man noch zu spüren, wenn man vor der Vitrine im Haithabu-Museum steht und ausgestellt sieht, was dem Mann da wohl aus der Hand gerutscht und in den Tiefen des Haddebyer Noor versunken ist: das reiche Handwerkszeug eines Goldschmieds, das also, womit er seine Existenz und die seiner Familie sicherte.

          Tilman Spreckelsen

          Redakteur im Feuilleton.

          Was für ein Verlust, und was für ein Gewinn: Mehr als tausend Jahre später fanden Archäologen einen zusammengebackenen Klumpen aus insgesamt 41 sogenannten Pressmodeln, metallene Negativformen, die einst der Herstellung von Goldblechschmuck dienten und sicherlich auch als anschauliche Muster für potentielle Kunden: Einige der Formen sind eher simpel verästelte Kreuze, andere sind Scheiben, mit kunstvollen Schlangenlinien versehen, wieder andere laufen in tropfenförmigen Verdickungen aus, und man wüsste gern, welche Bedeutung die einzelnen Modelle jenseits der Freude am Ornament noch besitzen.

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