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Erster Weltkrieg : Als der Herzschlag des Krieges erstarb

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Am 11. November 1918 zeichnete eine an der Mosel in Frankreich stationierte amerikanische Einheit das Lärmprofil des Krieges auf: Beginnend mit dem Waffenstillstand um 11 Uhr französischer Zeit zeigt die Tonmessung Stille an. Bild: Imperial War Museum

Der Erste Weltkrieg war ein Kampf der entfesselten Technik, seine Maschinerie verbreitete ungeheuren Lärm. Auch damit wurde der Krieg geführt. Ein Gastbeitrag.

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          Die Zeitgenossen haben dies als Erstes und immer wieder festgestellt und in ihren Berichten und Erinnerungen festgehalten, nämlich das Erstaunen, das Entsetzen, aber auch die Bewunderung für die Geräuschkulisse des Ersten Weltkrieges. Was an der Front an Lärm zusammenkam, hatte man so geballt noch nirgendwo hören können, auch nicht im engsten Umkreis der großen Fabriken oder in den Zentren der Städte, etwa dem Alexanderplatz von Berlin.

          Das Grollen der Geschütze in der Schlacht vor Verdun, beim Beschuss der Festungen mit der „Dicken Berta“ und dem „Langen Max“, war so ungeheuer intensiv, dass es noch in gut zweihundert Kilometer Entfernung zu vernehmen war. Etwa in den Dörfern der Südeifel, wo mein Vater damals lebte und mir immer wieder vom andachtsvollen Schweigen der Menschen erzählt hat, wenn sie die ferne Front hörten. Oder in Freiburg im Breisgau, wo der Lärm des Krieges am Hartmannswillerkopf im Elsass so laut war, dass er die Glocken des Münsters übertönte, so dass man nicht einmal mehr genau wusste, wann es Mittag schlug.

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