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Kölner Moschee : Neubauruine

Blick auf die Kuppel des künftigen Gebetsraums der Kölner Zentralmoschee Bild: Frank Röth

Die Kölner Zentralmoschee sollte das Zeichen für eine gelungene und selbstbewusste Integration setzen. Noch vor ihrer Eröffnung präsentiert sie sich als Sanierungsfall.

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          Was macht eigentlich die neue Kölner Moschee? Nein, fertig ist sie immer noch nicht, dabei wurde vor mehr als dreieinhalb Jahren bereits Richtfest gefeiert, und einen Eröffnungstermin möchte die Sprecherin der Ditib auch nicht nennen: „Wir haben ein paar Unwägbarkeiten, die sich aus den anhängenden Gerichtsverfahren ergeben“, heißt es auf Anfrage. „Ein Abschluss ist nicht abzusehen“, sagt der Architekt Paul Böhm, den die Ditib hinausgedrängt und zum Berater degradiert hat, und wundert sich, dass „vor den Toiletten billige Resopalwände eingezogen werden und im Gebetsraum immer noch ein Gerüst steht“. Teile des Komplexes werden allerdings schon genutzt, und im Internet wird mit dem Slogan „Kulturvoll einkaufen und genießen“ in Sepiatönen für das Ditib-Center mit einer „Einkaufsmagistrale“ geworben, „die bis zum Ramadan 2014 eröffnet werden soll“.

          Die Fastenzeit endete hierzulande am 27. Juli, doch auch vier Wochen danach erscheint der „Tag des guten Lebens“, zu dem für den 31. August eingeladen wird, als ein Versprechen, den der Zustand des Gebäudes so bald nicht wird einlösen können. Die breite Freitreppe ist mit Bauzäunen versperrt, die Dämmung beschädigt, Unrat und Scherben liegen auf den Stufen, Ecken und Kanten sind weggeplatzt, in den Fugen sprießt Unkraut, Halterungen, Rohre und Kabelenden liegen frei, die Handläufe sind angerostet, Scheiben verdreckt, mit Zeitungen verklebt oder durch Pressspanplatten ersetzt, billige Aschenbecher aus Blech flankieren die Eingänge, mit Abfall gefüllte Container stehen herum. Vor der Rückfront sitzt ein Wachdienst auf Sperrmüll-Sesseln, aus deren Polsterlehnen der Schaumstoff quillt, und an einer verschlossenen Tür steht auf einem mit der Hand und falschen Großschreibungen beschriebenen Pappschild: „Sehr Geehrte Besucher, Zugang zur Moschee über Die Tiefgarage.“

          Auch der Sichtbeton zeigt Schäden, Rost und Regen haben dunkle Spuren hinterlassen. Noch vor ihrer Eröffnung präsentiert sich die neue Zentralmoschee als Sanierungsfall. Dabei sollte sie doch, an prominenter Stelle mit Blick auf die Domspitzen zwischen Innenstadt und Multikulti-Ehrenfeld plaziert, das Zeichen für eine gelungene und selbstbewusste Integration setzen, mit einer Architektur, die sich einfügt ins Stadtbild und zugleich ihre Eigenständigkeit behauptet. Einen „Schritt in die Moderne“ wollte der Architekt damit tun. Doch, wie es aussieht, schwindet seitens der Bauherrin die Bereitschaft, ihn mitzutun. So steht die Moschee da wie die Ruine ihres Anspruchs.

          Andreas Rossmann

          Freier Autor im Feuilleton.

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