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Unsere Zukunft mit „Big Data“ : Lasst euch nicht enteignen!

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VII. Wie wir eine Zukunft gestalten, die wir Heimat nennen können

Wie kommt es, dass die Deklaration des Überwachungskapitalismus auf so wenig Widerstand gestoßen ist? Searles Argumentationsgang ist ein guter Leitfaden. War es eine Einigung? Ja, es gab und gibt viele Leute, die den Überwachungskapitalismus für ein vernünftiges Geschäftsmodell halten. (Weswegen sie das meinen, wird ein anderes Mal zu diskutieren sein.) War es Autorität? Ja. Die Technologie-Anführer sind mit der Autorität der Expertise gesalbt und als Unternehmer verehrt worden. War es Überredung? Auf jeden Fall. All die neoliberalen Schlagwörter wie Unternehmergeist, schöpferische Zerstörung oder schöpferische Störung haben viele Menschen davon überzeugt, dass diese Entwicklungen notwendig waren. War es quid pro quo? Ja, ganz gewiss. Die neuen Gratisdienste zur Suche und Vernetzung waren genau das, was wir brauchten, und sie sind zu einer Notwendigkeit für soziale Teilhabe geworden. Als Facebook letzten Monat zusammenbrach, wählten viele Amerikaner den Notruf.

Wurde Gewalt oder ein ähnliches Mittel genutzt, um andere Möglichkeiten auszuschließen? Militärische Gewalt war nicht vonnöten. Stattdessen wurde die neue Logik zum wichtigsten Geschäftsmodell für Internetunternehmen und Start-Ups und brachte Millionen ähnlicher institutionalisierter Fakten hervor – Zulieferer und Zwischenhändler, professionelle Spezialisierungen, neue Sprache, Börsengänge, Unmengen Geld, Netzwerkeffekte und nie dagewesene Konzentrationen informationeller Macht. All das schafft den Eindruck der Alternativlosigkeit. Wie sieht es schließlich mit einem Wissensmangel bei den Nutzern aus? Das ist der wesentlichste aller Gründe. Die meisten Leute waren nicht in der Lage, das Ausmaß zu ermessen, in dem die neuen „Fakten“ auf Überwachung beruhen. Diese Asymmetrie im Verstehen ist ein Erklärungsfaktor dafür, dass Edward Snowden notwendig war.

Was für eine Art Widerstand hat es gegeben und wieso ist man damit gescheitert, die Ausbreitung des Überwachungskapitalismus zu verhindern? Hier entferne ich mich von Searle, um zwei andere Arten der Deklaration einzuführen, die unser Verständnis für die Entfaltung der Zukunft fördern können. Mein Ansatz besteht darin, die Art des Widerstands, der bisher geleistet worden ist, als eine Form der „Gegen-Deklaration“ zu bezeichnen. Eine Gegen-Deklaration wehrt ab. Sie richtet sich auf die institutionellen Fakten, die von der Deklaration behauptet wurden. Eine Entgegnung versucht, einen Anspruch zu begrenzen oder einen Kompromiss zu erreichen, aber sie vernichtet das umstrittene Faktum nicht. Indem sie sich auf jene Fakten richtet, erhöht sie deren Durchschlagskraft. Verhandlung legitimiert zwangsläufig die andere Position. Deswegen lehnen es viele Regierungen ab, mit Terroristen zu verhandeln. Wie Searle erläutert hat, erhöht allein das Reden über etwas oder die Referenz darauf dessen Realität, indem dieses etwas als eine Sache behandelt wird, die bereits real ist.

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