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Tourismusabgabe : Airbnb spendet Paris 83 Cent pro Übernachtung

  • -Aktualisiert am

Bei 900 Euro für eine Übernachtung fallen die zusätzlichen 83 Cent für Paris nicht ins Gewicht. Bild: Reuters

Airbnb vermittelt in Paris so viele private Übernachtungen wie nirgendwo sonst. Nun führt das Unternehmen dort eine Tourismusabgabe ein. Im Gegensatz zu Uber will man mit den Behörden kooperieren.

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          In Paris wird das Unternehmen Airbnb künftig eine Tourismusabgabe erheben. Jeder Gast, der über die Plattform eine private Unterkunft bucht, muss vom 1. Oktober an 83 Cent pro Nacht zusätzlich bezahlen. Dies ermöglicht ein Anfang August beschlossener Erlass der französischen Regierung, der es Internetplattformen erlaubt, Verwaltungsabgaben zu erheben.

          Die meisten Touristen wird diese überschaubare Steuer nicht allzu sehr schmerzen, zumal sich die Übernachtungspreise bei Airbnb oftmals in denselben Preiskategorien bewegen wie bei Hotelübernachtungen. Da Paris mit beinahe 50 000 angebotenen Betten jedoch den weltweit größten Markt des Wohnungsvermittlers darstellt, ist die Einführung der Steuer sowohl für die Tourismusbranche als auch für europäische Gesetzgeber ein interessanter Paradigmenwechsel. Jean-François Martins, der Pariser Vizebürgermeister für Tourismus, begrüßt diesen „seit langem geforderten Schritt“ des amerikanischen Unternehmens, das somit die Chancengleichheit „der verschiedenen Akteure bei Touristeneinkünften“ festige. Ungewöhnlich begeistert liest sich ein Airbnb-Blogartikel über die Kooperation: „Wir sind dankbar für die Möglichkeit, diese Maßnahme gemeinsam mit den Behörden in Frankreich einführen zu können.“

          Wettbewerbsvorteil durch Teilen

          „Luftmatratze und Frühstück“ war bei der Gründung im Jahr 2008 noch das Motto des Start-Ups. Mittlerweile erhofft sich das global agierende Unternehmen durch die Bettensteuer freilich eine höhere Akzeptanz des alternativen Tourismusangebots sowie dadurch vor allem steigende Gastgeber- und Übernachtungszahlen in den europäischen Boomstädten. Neben Paris berechnet Airbnb auch in seiner Heimatstadt San Francisco und in Portland Steuern. Seit Anfang des Jahres, als die französische Hauptstadt sich mit der Zahl der angebotenen Betten vor New York und London schob, erhebt Airbnb auch in Amsterdam als erster europäischer Stadt eine Tourismusabgabe. Sobald das neue Vorgehen, das die Buchungsvorgang laut eigener Aussage sogar erleichtern soll, sich in der Hauptstadt etabliert hat, sollen auch in weiteren französischen Städten Airbnb-Steuern folgen.

          Wegen ihres Erfolgs sorgen Unternehmen der „Sharing Economy“, also Plattformen, die private Güter wie die eigene Wohnung oder das Familienauto sowie Dienstleistungen, etwa eine Autofahrt, gegen Bezahlung an Privatpersonen vermitteln, weltweit für Kritik. Das bislang private Gut werde somit als konkurrierendes, oftmals günstigeres Produkt auf dem herkömmlichen Markt etabliert. Da die Anbieter in den jeweiligen Ländern Steuern abführen, wirft die Konkurrenz „Sharing Economy“-Firmen Wettbewerbsverzerrung vor. In Paris protestierten Taxifahrer im Juni gegen den Fahrtendienst Uber. Indem sie Reifen in Brand steckten, blockierten sie den Verkehr am Flughafen Charles de Gaulle. Obwohl Uber in Frankreich verboten ist, wird der der Fahrdienst weiterhin genutzt und offensiv beworben. Falls Uber und andere „Sharing Economy“-Größen vom kooperativen Umgang zwischen Airbnb und den französischen Behörden lernen, könnte sich die Kultur des Teilens schneller etablieren, ohne dass die Konkurrenz oder der Staat dadurch benachteiligt werden.

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