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Wie Corona das Wohnen ändert : Zeiten der Abschottung

Wohnträume wie dieser haben zwar nichts mit der Realität des Durchschnittsbürgers zu tun, werden aber in Magazinen gern inszeniert. Bild: Marije Kuiper

Ob man sich vor Corona schützen kann, ist auch eine Platzfrage. Während sich die einen in ihren Domizilen verschanzen, fällt den anderen die Decke auf den Kopf. Wir müssen Wohnen neu denken.

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          Wohl kaum eine Zeitschrift inszeniert Wohnen so konsequent als begehbaren Hygge-Traum aus Platz, Licht und gigantischen Sofamöbeln, in denen man sofort versinken möchte, während ein paar Meter weiter das Holz im Kamin knistert, wie „Schöner Wohnen“. In vielen der abgebildeten Räume könnte man ohne weiteres eine Runde Rollschuh laufen, meterhohe Weihnachtstannen aufstellen und eine Corona-Quarantäne geschmeidig aussitzen. In der aktuellen Ausgabe öffnet zum Beispiel eine Familie aus Düsseldorf ihre zahlreichen Türen. Sie ließ ein Mehrfamilienhaus für 360.000 Euro in ein sehr schickes Einfamilienhaus mit 360 Quadratmetern Wohnfläche umbauen und präsentiert, weil jedes Detail zählt, nebst Schlafzimmer auch einen Bettüberwurf aus Marokko.

          Melanie Mühl

          Redakteurin im Feuilleton.

          Nun darf man weder von „Europas größtem Wohnmagazin“ noch ähnlichen Publikationen erwarten, dass sie die Lebensrealität der meisten Deutschen abbilden, in deren Heim eine freistehende Badewanne nicht einmal durch die Badezimmertür passen würde – geschweige denn ins Badezimmer selbst. Jene Gutverdiener, für die Wohnen ein Statussymbol ist, inklusive Eames Chair und Trophy Kitchen, sollen schlicht noch mehr Lust auf neue Möbel bekommen. Gleichzeitig geht es darum, (unrealistische) Wohnträume zu wecken, die Normallebende im besten Fall dazu animieren, sich ihr Heim großzuphantasieren und mit Einrichtungsgegenständen derart vollzustellen, dass sie sich ständig stoßen.

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