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Autorin über die Quarantäne : Die sechzig Tage von Wuhan

Mit Covid-19 Infizierte Mitte Februar in einem Wuhaner Krankenhaus. Bild: dpa

In China wird die Schriftstellerin Fang Fang massiv angefeindet. Ihr Tagebuch über den Beginn der Pandemie ist brisant. In China ist es nicht zu haben, es erscheint nur im Ausland – auch auf Deutsch.

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          Zehntausendfach wird Fang Fang im chinesischen Internet beschimpft. Wahlweise heißt es, sie habe dem feindlichen Ausland das Metzgermesser, das Schwert oder die Kugel gereicht, um China zu attackieren. Dabei hat die Wuhaner Schriftstellerin lediglich aufgeschrieben, wie sie die Abriegelung ihrer Stadt und den Kampf gegen das neue Coronavirus an jenem Ort erlebt hat, an dem die Pandemie ihren Ausgang nahm. Anfangs war es nur ein Blog, ein Internet-Tagebuch, gelesen von Millionen Chinesen. Nun soll das „Wuhan Diary“ in gut einem Dutzend Ländern als Buch erscheinen, in Deutschland beim Verlag Hoffmann und Campe. Der Übersetzer des Buchs, Michael Kahn-Ackermann, der ein Drittel seines Lebens in China verbracht und das Goethe-Institut in Peking aufgebaut hat, wird nun im Netz ebenfalls als „antichinesisches Element“ verunglimpft.

          Wider die Propaganda

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Es handele sich um eine „gesteuerte Massenkampagne“, die mit Hilfe von bezahlten Internettrollen und wohl auch von Bots betrieben werde, sagt der Sinologe Kahn-Ackermann im Gespräch mit diesem Magazin. Dass die Kampagne von der Führung in Peking unterstützt werde, sei auch daran zu erkennen, dass die „extrem empfindliche Internetzensur zwar Beiträge löscht, die Fang Fang unterstützen, aber jede Beleidigung, jede Schmähung, jede Unwahrheit zulässt“.

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