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Transgender-Debatte : Die blinden Flecken des Gender-Konzepts

Demonstration von Transgender-Aktivisten in Berlin Bild: Imago

Die Transphobie-Debatte zeigt den blinden Fleck des Gender-Ansatzes: Wie will man männliche und weibliche Rollenmuster untersuchen, wenn Geschlecht keinen realen Bezugspunkt hat?

          6 Min.

          Personen, die menstruieren“ ist für Frauen, die sich als Frauen betrachten, keine schmeichelhafte Bezeichnung. Sich darin wiederzufinden, fordern Transaktivisten, die sich von dem Wort Frau in ihrer sexuellen Identität eingeschränkt fühlen und kürzlich Joanne K. Rowling den Prozess machten. Vor drei Wochen wurde der Politikerin Emma Nicholson der Titel der Ehren-Vizepräsidentin im Booker-Prize-Komitee wegen angeblich transphober Tweets entzogen. Die Debatte über Transgender erreicht damit einen heiklen Punkt. Darf sich die auf einen biologischen Prozess reduzierte Frau nicht gleicherweise diskriminiert fühlen?

          Thomas Thiel

          Redakteur im Feuilleton.

          Praktisch ist die Forderung jedenfalls kaum so umzusetzen, dass beide Seiten damit leben können. Schon die Annahme, es handele sich um zwei Parteien, würde in jenes binäre Muster zurückfallen, das man überwinden will. Man kann das derart verflüssigte Geschlecht also in Richtung Unendlichkeit ausdifferenzieren oder, um es praktikabel zu machen, sich auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner treffen: Es sind doch alles Menschen.

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