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Beuth als Namenspatron : Eine Hochschule streitet über ihren Namen

So sah der Namenszug der Beuth Hochschule für Technik aus – ehe Aktivisten den Namen verhüllten. Bild: Picture-Alliance

Eins gilt als gesichert: Christian Peter Wilhelm Beuth, der Vater der Ingenieurwissenschaften, agitierte gegen Juden. Was aber folgt für die nach ihm benannte Hochschule aus diesen Fakten?

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          Man kann es fast nicht mehr hören: Schon wieder gibt es Streit um den Namenspatron einer akademischen Institution. Schon wieder geht es um Antisemitismus. Und wieder einmal steht die Beurteilung einer historischen Persönlichkeit im Kontext ihrer Zeit an, die lange vor Auschwitz gelebt hat und dennoch den Wertmaßstäben unserer heutigen Gesellschaft nicht entkommen kann. Christian Peter Wilhelm Beuth (1781–1853) heißt der Protagonist der Stunde, um den an der gleichnamigen Beuth Hochschule für Technik Berlin seit gut einem Jahr gerungen wird.

          Hannah Bethke

          Feuilletonkorrespondentin in Berlin.

          Schon 2003 hätte bekannt sein können, dass Beuth, der als „Vater der Ingenieurwissenschaften“ gilt, sich im Kreis von Judenfeinden bewegte und selbst antisemitische Positionen bezog. Damals nämlich veröffentlichte der Literaturwissenschaftler Stefan Nienhaus seine Habilitationsschrift über „Die Geschichte der deutschen Tischgesellschaft“. Darin findet auch eine Tischrede des Mitglieds Beuth Erwähnung: „Ich gehe weiter“, wird Beuth zitiert, „da die Juden uns wie gesagt für Schweine halten: So können sie selbst nicht verlangen, dass wir für sie beten; wir aber können es aber darum nicht, weil die Juden selbst dies sind.“

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