https://www.faz.net/-gqz-968hd

„Social Cooling“ : Die Angst vor dem Klick

  • -Aktualisiert am

Im Bewusstsein, dass unsere Daten unseren Score beeinflussen können, so seine These, unterlassen wir in vorauseilendem Gehorsam bestimmte Handlungen im Netz – und zensieren uns am Ende selbst. Bild: Kat Menschik

In einer Gesellschaft, in der Scores und Likes die soziale Bonität bestimmen, wächst die Gefahr, dass sich die Bürger selbst zensieren. Über das Phänomen des „Social Cooling“.

          6 Min.

          Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass Menschen in einer datenfixierten Gesellschaft auf mathematische Formeln und Zahlen reduziert werden. Der Elo Score bestimmt die Attraktivität auf Tinder. Der Credit Score die Bonität bei der Bank. Und der Health Score mancher Gesundheits-Apps das zu versichernde Risiko. Wer die „falschen“ Freunde auf Facebook hat, muss unter Umständen mehr Zinsen für ein Darlehen zahlen. Und wer als Frau durchs Web surft, sieht weniger Anzeigen für höherbezahlte Jobs. Doch wie gehen die Nutzer mit dieser digitalen Reputationsökonomie um, wenn sie merken, dass solche Bewertungen ihre Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe beeinflussen können?

          Der niederländische Datenschutz-Aktivist und Technologiekritiker Tijmen Schep hat die These aufgestellt, dass die Scorisierung der Gesellschaft zu einer „Kultur der Konformität“ führe. Im Bewusstsein, dass unsere Daten ausgewertet und gespeichert werden und unseren Score beeinflussen können, so seine These, unterlassen wir in vorauseilendem Gehorsam bestimmte Handlungen im Netz (etwa Facebook-Likes oder Suchbegriffe) – und zensieren uns am Ende selbst.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Überfüllte Kliniken in China : Ein Patient alle drei Minuten

          Überfüllte Kliniken, gewalttätige Angehörige, Arztkosten als Existenzbedrohung, Menschen, die sich selbst ein Bein amputieren – und nun auch noch ein unbekannter Virus: In China sollte man besser nicht krank werden.
          Giusy Versace eröffnet auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin die Show des Labels Sportalm Kitzbühel.

          Berliner Modewoche : Auf zwei glitzernden Prothesen

          Giusy Versace hat einen schweren Unfall überstanden – und geht einfach weiter. Als Profi-Sportlerin, Autorin und Politikerin bekommt die Nichte von Gianni Versace die Anerkennung eines ganzen Landes.