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Ernst Nolte ist gestorben : Der Historiker als „Geschichtsdenker“

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Ernst Nolte (geboren am 11. Januar 1923 in Witten, gestorben am 18. August 2016 in Berlin) im November 2002 Bild: AFP

Er war einer der wichtigsten deutschen Historiker der Nachkriegszeit. Seine Antwort auf die Frage, was den Nationalsozialismus ausgelöst hatte, löste 1986 den Historikerstreit aus. Im Alter von 93 ist Ernst Nolte gestorben.

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          Der Historiker Ernst Nolte ist tot. Er starb an diesem Donnerstag im Alter von 93 Jahren nach kurzer Krankheit in einer Berliner Klinik. Das bestätigte seine Familie.

          Nolte galt als einer der wichtigsten und streitbarsten Historiker seiner Generation. Mitte der achtziger Jahre löste er eine heftige Debatte über die geschichtliche Einordnung des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen aus.

          Eine philosophischere Art des Fragens

          In einem im Feuilleton der F.A.Z. am 6. Juni 1986 veröffentlichten Artikel unter der Überschrift „Vergangenheit, die nicht vergehen will“ vertrat Nolte die These, Hitler und der Nationalsozialismus seien eine Reaktion auf die „existenzielle Bedrohung“ Deutschlands durch die russische Revolution gewesen. Es folgte eine Welle der Empörung und der sogenannte Historikerstreit, der zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem düsteren Kapitel der deutschen Geschichte führte.

          In einem Porträt zum neunzigsten Geburtstag Noltes würdigte der Feuilleton-Redakteur Lorenz Jäger den Historiker in der Frankfurter Allgemeinen: „Nolte ist mindestens so sehr ein 'Geschichtsdenker', wie er ein Historiker ist. Die rein pragmatische Art der Geschichtsschreibung konnte bei dem Gegenstand, den Nolte sich wählte, angesichts seines Alters fast zwingend wählen musste – nämlich dem Zusammenhang von Krieg, Faschismus, Nationalsozialismus und Kommunismus - zu einer philosophischeren Art des Fragens drängen.“

          Nolte wurde 1923 im nordrhein-westfälischen Witten als Sohn eines Volksschuldirektors geboren. Er wurde in Freiburg mit einer Arbeit über Karl Marx promoviert; seine Habilitationsschrift „Der Faschismus in seiner Epoche“ (1963) ist noch heute ein Standardwerk.

          Nolte bekam einen Lehrauftrag für Neue Geschichte an der Universität Köln und später einen Lehrstuhl in Marburg. 1973 wechselte Nolte an die Freie Universität Berlin, wo er bis zu seinem Ruhestand lehrte.

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