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Ein Teil der Berliner Mauer steht vorm Europäischen Parlament in Brüssel. Bild: dpa

Einheitsjubiläum 2020 : Was gibt es da zu feiern?

  • -Aktualisiert am

Auch nach dreißig Jahren sind die Deutschen noch auf der Suche nach ihrer Identität. Was ist, wenn sie keine finden? Anmerkungen zum Einheitsjubiläum.

          5 Min.

          Wenn es nach Ines Geipel geht, dann kommen wir in diesem Jahr aus dem Feiern überhaupt nicht mehr heraus: „Vielleicht sollte man die Ostdeutschen für den Friedensnobelpreis vorschlagen, damit sie endlich mal erlöst werden und sich sagen können: Ja, wir können mit einem absolut geraden Rückgrat sagen, wir haben Deutschland die Einheit gebracht und sie gemacht.“ So die ehemalige Spitzensportlerin und heutige Professorin zum Jahresende im Deutschlandfunk. Das wäre auf jeden Fall etwas Neues: Weniger das Verdienst des Ausgezeichneten sollte den Ausschlag geben als vielmehr dessen eigene Bedürftigkeit. Da könnte ja jeder kommen. Und „erlöst“? Wovon denn?

          Edo Reents
          Redakteur im Feuilleton.

          Statt mit dem damals Erreichten, mit Einigkeit und Recht und Freiheit, endlich einmal zufrieden zu sein, wird immer so getan, als müsse das Deutschtum noch etwas anderes bedeuten oder hergeben, irgendein freudiges Gefühl, das man aber noch nicht einmal hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen findet. Es müsse, beharrt nicht nur Ines Geipel gerade, doch möglich sein, aus 1989 eine „Identität“ zu formen. Gut, die Ostdeutschen haben gegen einen bankrotten Staat revoltiert, und die Siegermächte haben sie samt und sonders gelassen – und weiter? Soll das in den Personalausweis?

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