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Utopien : Der Zaubertrick mit dem kommunistischen Kaninchen

Utopienskeptiker: Theodor W. Adorno, aufgenommen im Jahr 1960. Bild: Picture-Alliance

Etwas fehlt: Ernst Bloch und Theodor W. Adorno über die Frage, weshalb Utopien im Kurs gesunken sind.

          3 Min.

          Utopien sind für die Gesellschaft das, was Science-Fiction für Technik und Wissenschaft ist. Anders aber als die Gattung des Zukunftsromans, die vor allem in ihren dystopischen Varianten blüht, ist der Begriff „Utopie“ seit Längerem schon unansehnlich geworden. Woran liegt das Zögern, ihn zu verwenden, ja die Bereitschaft, ihn nur zu verwenden, um eine Aussicht als „völlig utopisch“, also illusionär zu bezeichnen?

          Jürgen Kaube
          Herausgeber.

          Die Frage ist nicht neu. 1964 haben Theodor W. Adorno und Ernst Bloch zu ihr ein Rundfunkgespräch geführt, das leicht über Youtube nachgehört werden kann. Es setzt mit Adornos These ein, die wunscherfüllenden technischen Fortschritte hätten enttäuscht, man werde ihrer nicht froh. Nicht nur seien sie doch sehr bescheiden, sondern sie hätten auch nicht die ganze Gesellschaft verändert. Man könne fernsehen, aber es gehe nicht das Bild der Lilith auf, sondern das einer Schlagersängerin, die irgendwelchen Unsinn singt.

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