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Nationale Identität : Abendland? Ist abgebrannt

  • -Aktualisiert am

Absage an den Westen: Luigi Di Maio, Chef der Fünf-Sterne-Bewegung Bild: dpa

Es bringt nichts, dauernd auf die Populisten zu schimpfen. In einem haben sie sogar recht: Eine Alternative zur nationalen Identität ist im Westen nicht in Sicht. Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          Den Populismus gibt es eigentlich gar nicht. Jedenfalls bezeichnen sich die als „populistisch“ etikettierten Bewegungen und Parteien in der Regel selbst nicht so. Auch deshalb ist der Begriff von vornherein negativ besetzt. Die Brexiteers in Großbritannien, den Front National in Frankreich, die Partei für die Freiheit in den Niederlanden, die griechische Syriza sowie die Fünf-Sterne-Bewegung und die Lega Nord in Italien verbindet ein Reflex: die Ablehnung der Europäischen Union in ihrer heutigen Verfasstheit. Bei den Versäumnissen und Defiziten, die ihr angelastet werden, rangiert an vorderster Stelle die massive Immigration, die von vielen Bürgern, und nicht nur von den Anhängern dieser Bewegungen und Parteien, als Überforderung wahrgenommen wird.

          Genau genommen handelt es sich dabei nicht nur um ein Misstrauensvotum gegen Europa, sondern auch um eine Absage an den Westen insgesamt. Denn in den Augen derer, die diesen Bewegungen und Parteien in Scharen zulaufen, hat der Westen vor den Herausforderungen der globalisierten Welt versagt, wenn nicht kapituliert. Man mag diese Sicht auf die Gegenwart für falsch oder abwegig halten, aber das ändert nichts an einem unabweisbaren Befund: Die westlichen Gemeinschaften sind in einer anderen und für eine andere Welt aus der Taufe gehoben worden.

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