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Tod des Journalisten Khashoggi : Deutsche Moral

Nach dem gewaltsamen Tod des Journalisten Jamal Khashoggi stellt sich wieder die Frage, ob Deutschland Waffen nach Deutschland liefern sollte. Bild: AP

Waffen an die Saudis zu liefern, war auch schon vor der Tötung des Journalisten Khashoggi falsch. Die Bundesregierung kann nicht länger herumeiern.

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          Sehr trocken wird das, was wir als deutsches Schauspiel gerade erleben, von einem Tweet des grünen Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour beschrieben, dem außenpolitischen Sprecher seiner Fraktion. Dieser Tweet, welcher gleich zitiert werden soll, antwortet mit einer Frage auf einen Satz, den Heiko Maas formuliert hatte, als Außenminister auf den „politischen Mord“ (Erdogan) an Jamal Khashoggi eingehend. Maas hatte zu den die Welt für blöde verkaufenden Vertuschungsmanövern, die sich „Untersuchungen“ nennen (untersucht werden soll, was näherhin Mörderisches, Enthauptendes, Zerstückelndes am 2. Oktober im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul vor sich ging), zu diesen Untersuchungen hatte Maas in den „Tagesthemen“ erklärt: „Ich glaube, solange diese Untersuchungen andauern, solange wir nicht wissen, was da geschehen ist, gibt es keine Grundlage, auf der positive Entscheidungen für Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien zu treffen sind.“

          Christian Geyer-Hindemith

          Redakteur im Feuilleton.

          Na ja, und auf eben diesem betont dem Augenblick verhafteten, okkasionellen, situationistischen Befund, welcher sich selbst als kontextabhängige Gelegenheitsbildung ausweist, daran das Zeitweilige, Fallweise, Vorübergehende unterstreichend – auf diese, den bestialischen Einzelfall als eye opener für die saudi-arabische Menschenrechtsmoral vorgespielte Erklärung gab es dann die subversive grüne Tweet-Frage als Deckel: „Aber es gibt die Grundlage ohne den Einzelfall Khashoggi schon, solange die Saudis Jemen in die Steinzeit bomben, Heiko Maas?“

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