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Schriftsteller Josef Haslinger : Die erste Stufe der Schuld

Josef Haslinger zog vor einigen Jahren mit Äußerungen zu seinen eigenen Missbrauchserfahrungen viel Kritik auf sich. In seinem neuen Buch „Mein Fall“ geht er anders mit den Erlebnissen um. Bild: dpa

Der Schriftsteller Josef Haslinger wurde als junger Klosterzögling missbraucht. Vor zehn Jahren hat er die Täter noch verteidigt und wurde dafür hart kritisiert. Jetzt, da die Täter verstorben sind, hat er die ganze Geschichte aufgeschrieben. Ein Besuch.

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          Eigentlich hatte der Schriftsteller Josef Haslinger nicht vor, das, was er jetzt seinen „Fall“ nennt, noch einmal aufzurollen. Vielleicht hätte er es auch nicht getan, wäre er, auf dem Weg nach Berlin, in einer der Abflughallen des Wiener Flughafens, nicht zwei Zisterziensermönchen begegnet, die am Gate direkt vor ihm standen. Der eine war noch jung, kaum älter als dreißig, den anderen schätzte er auf etwa sechzig. Haslinger fragte die beiden, ob sie vom Kloster Heiligenkreuz kämen und – als sie das bejahten – ob Pater Gottfried noch lebe.

          Julia Encke

          Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Nein“, sagt der Ältere, „Pater Gottfried ist vor vier Jahren gestorben. Haben Sie ihn gekannt?“

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