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Neuer Vatikan-Pressechef : Ein Sprecher und eine Sprecherin für den Papst

  • -Aktualisiert am

Sie sprechen künftig für den Vatikan: Paloma Garcia Ovejero, Greg Burke und Papst Franziskus. Bild: Reuters

Papst Franziskus setzt Zeichen: Der neue Sprecher des Vatikans kommt aus Amerika, und seine Stellvertretung übernimmt eine Frau. Der bisherige Sprecher, der Jesuit Federico Lombardi, war ein ganz großes Kaliber.

          Mit der Ernennung von Greg Burke als Nachfolger des Papst-Sprechers Federico Lombardi zum 1. August geht im Vatikan eine Ära zu Ende. Zehn Jahre lang leitete der Jesuit Lombardi aus dem Piemont den Pressesaal und war bis zum März auch Generaldirektor von Radio Vatikan gewesen. Stets diskret, wenn nicht minimalistisch, reflektierte der heute 73 Jahre alte Geistliche die Haltung „seiner“ beiden Päpste Benedikt XVI. und Franziskus. Nie bauschte er sein Wissen auf. Vielmehr sorgte er dafür, dass sich die Protagonisten so transparent wie möglich selbst darstellen konnten.

          Mit trockenem Humor und viel Geduld ging Lombardi auf die Fragen im Pressesaal ein. So 2009 zum Streit um die Rehabilitierung der Bischöfe aus der Priesterbruderschaft Pius X., wozu auch der Holocaust-Leugner Richard Williamson gehörte. 2010 brach der Pädophilie-Skandal aus und dann die erste und zweite Vatileaks-Affäre mit der Verbreitung vertraulicher Vatikan-Informationen. Beim Rücktritt von Benedikt XVI. hatte es Lombardi mit einer historisch einzigartigen Situation zu tun. Versiert in Italienisch, Spanisch, Französisch und Deutsch gab er Antwort; und wenn er keine wusste, sah man das zunächst seinem Zögern an, bevor er mit einem Satz und einem Schmunzeln das Nichts in Worte fasste.

          Verstand sich auf die hohe Kunst, auch einmal nichts zu sagen: Der Vatikan-Sprecher Federico Lombardi (rechts) und Papst Franziskus.

          Schon 2012 hatte das Staatssekretariat den römischen Korrespondenten von Fox News, Greg Burke, in den Vatikan geholt. Der 1969 in Minnesota geborene Vaticanista sollte dafür sorgen, die päpstliche Pressepolitik aus der Defensive zu holen. Dafür setzte er unter anderem häufigere Pressekonferenzen in der Sala Stampa durch, die zudem im Internet verfolgt werden können.

          Burke gehört der Laiengemeinschaft Opus Dei an; so wie sein Vorvorgänger Joaquín Navarro-Valls. Während der aber an der Seite von Johannes Paul II. bisweilen den kleinen Nebenpapst mimte, kommt Burke nüchtern und professionell daher; oft allerdings auch zu diplomatisch. Als Novum gilt die Ernennung einer Frau zur Vizedirektorin. Das wird die 1975 geborene spanische Radiojournalistin Paloma Garcia Ovejero. Sie spricht Spanisch, Englisch, Italienisch und Chinesisch. Mit den Ernennungen wird deutlich, dass der Vatikan Laien und Frauen zunehmend in das kirchliche Geschehen integrieren will.

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