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Sparmaßnahmen beim NDR : Ein Chor ohne Zukunft?

  • -Aktualisiert am

Der NDR Chor Bild: Peter Hundert

Der Norddeutsche Rundfunk muss 300 Millionen Euro sparen. Er will aber seine Orchester retten – also müssen andere bluten. Neben der Big Band soll der NDR Chor geopfert werden.

          5 Min.

          Weißt du, wie das wird?“ – die Antwort auf die Frage der Schicksalsfrauen in Richard Wagners „Götterdämmerung“ muss beängstigend ausfallen, wenn eine Anstalt der ARD in den kommenden vier Jahren vor Kürzungen in Höhe von dreihundert Millionen Euro steht: der Norddeutsche Rundfunk, der sich als „das Beste im Norden“ rühmt und Kultur als „Kultuuhr“ zum „Hören und Genießen“ anpreist. Die Einsparungen – wie bei fast allen Sendeanstalten der ARD nicht zuletzt nötig geworden auch durch hohe Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitarbeitern, die diese dem vormals starken Engagement der Gewerkschaften verdanken – betreffen, so heißt es in einer Mitteilung, „alle Abteilungen“ des Senders. Bei den musikalischen Ensembles sei, so Joachim Knuth, seit Januar 2020 Intendant des NDR, eine „Priorisierung innerhalb unseres breiten Engagements“ unabdingbar: die Abwägung und Gewichtung von NDR Elbphilharmonie Orchester, der NDR Radiophilharmonie, der Big Band, dem NDR Chor und den musikalischen Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche.

          Das vormalige NDR-Orchester mit seinen derzeit 113 Musikern ist als „Residenzorchester“ der Elbphilharmonie unantastbar. Den Anspruch auf die Radiophilharmonie Hannover erheben Hörer in Niedersachsen, des größten Bundeslandes im Sendebereich des NDR. Ziel sei es denn auch, betont der Intendant, diese „zwei Orchester umfassend zu erhalten. Bei der Big Band und dem Chor hingegen fragen wir uns, ob es mit Blick auf die festangestellten Musikerinnen und Musiker kostenmäßig etwas zu verbessern gibt. Bei allem Schmerz muss klar sei: Es lässt sich nicht mehr alles in der heutigen Form halten.“

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