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Brosda zur Documenta : Politische Kunst ist genauso frei wie unpolitische

Hier darf Taring Padi weiter ausstellen: Das Hallenbad-Ost in Kassel. Bild: dpa

Der Hamburger Kultursenator Carsten Brosda unterstützte den Protest deutscher Kulturinstitutionen gegen die BDS-Resolution des Bundestags. In einem Artikel zum Documenta-Skandal warnt er jetzt vor einer absolut gesetzten Kunstfreiheit.

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          Der SPD-Politiker Carsten Brosda ist seit dem 1. Februar 2017 Hamburger Kultursenator und wurde am 21. November 2020 zum Präsidenten des Deutschen Bühnenverbands gewählt. Eine seiner ersten Ehrenamtshandlungen als Chef des Interessen- und Tarifverbands der deutschen Theater war, dass Brosda seine Unterschrift unter das „Plädoyer“ der Initiative GG 5.3 Weltoffenheit setzte, eines Zusammenschlusses von Spitzenfunktionären weiterer Verbünde und Großinstitutionen der subventionierten Kultur, die ihre „große Sorge“ wegen der „Anwendung der BDS-Resolution des Bundestags“ artikulierten. Vor der Bundestagswahl 2021 brachte Brosda sich als möglicher Kulturstaatsminister in einem sozialdemokratisch geführten Kanzleramt in Stellung. Als in den Koalitionsverhandlungen das Amt den Grünen zugeteilt wurde, durfte die Initiative trotzdem optimistisch sein: Claudia Roth hatte 2019 im Bundestag gegen die Resolution gestimmt. Die Initiative gibt es noch; am 24. Juni publizierte sie ein knappes und nichtssagendes „Statement zur documenta fifteen“, das weitgehend unbeachtet blieb. Ausführlich hat sich jetzt Carsten Brosda zum Kasseler Skandal geäußert in einem Artikel, der am 1. Juli in der „Süddeutschen Zeitung“ erschien. „Wie die Documenta noch zu retten ist“ – Brosda weiß und verrät es.

          Fast nebenbei stellt Brosda fest, „konkrete Positionen des BDS“ hätten „in künstlerischen Programmen nichts zu suchen, ganz gleich, ob sie allesamt oder nur im Einzelfall als antisemitisch betrachtet werden“. Zieht er stillschweigend seine Unterschrift von 2020 zurück? Er vollführt jedenfalls eine rhetorische Wende. Wo er damals im Bund mit der Künstlerischen Direktorin der Kulturstiftung des Bundes wegen schleichender Aushöhlung der Kunstfreiheit Alarm schlug, macht ihm nun deren Entgrenzung Sorgen. „Wenn Kunst verändernd in Gesellschaft wirken will, dann kann sie sich nicht hinter einer absolut gesetzten Freiheit der Kunst verbergen. Die Kunstfreiheit sichert die ästhetische Po­sition, nicht aber die politisch-diskursive Intervention.“

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