Amazonas-Brände :
Warum sind wir so passiv?

Von Araquém Alcântara
Lesezeit: 3 Min.
Verbrannter und erblindeter Tamanduá in Abwehrstellung. Für den Fotografen Araquém Alcântara ist das 2005 erstmals veröffentlichte Foto zum Sinnbild für die Amazonas-Brände geworden.
Der Regenwald brennt. Das Foto des erblindeten Ameisenbären in Abwehrstellung ging um die Welt und ist zum Sinnbild geworden. Ein verzweifelter Aufruf von Brasiliens bekanntestem Naturfotografen.

Ich war dort und habe es gesehen. Und ich habe fotografiert. Ich bin Augenzeuge dieses Verbrechens gegen die Menschlichkeit. Die Bilder prägen sich ein. Genau jetzt brennt vor meinen Augen der Amazonas. Flammen ragen aus der Nebelwand und färben den Horizont rot. Feuer und Rauch verbergen die Sonne, die Augen brennen vor Schmerz, die Hitze ist unerträglich. Ich fahre mehr als zweitausend Kilometer auf der Straße von Belém nach Brasília und sehe keinen Wald, nur eine graue Rauchwand, rieche den Geruch von verbrannter Erde, von toten Tieren. Das grauenhafte Schauspiel wiederholt sich jedes Jahr. Doch es bleibt unfassbar.

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