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Kriegsende in Demmin 1945 : Die toten Geister finden keine Ruh

Montage von Hans Jürgen Syberberg: Die Kirche Sankt Bartholomaei zu Demmin im Kriegsschutt von 1945, überlagert von den Sängerinnen des Schwedischen Rundfunkchores im „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms. Bild: Hans Jürgen Syberberg

Demmin in Vorpommern war im Mai 1945 Ort des größten Massenselbstmordes am Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Gedenken daran sorgt seit Jahren für ideologische Fronten. Hans Jürgen Syberberg will mit einem Film-Requiem zur Heilung des Traumas beitragen.

          5 Min.

          Es ist ein sanfter, zutraulicher Blick, mit dem sich die Kamera von Hans Jürgen Syberberg an das neugotische Maßwerk des Treppengeländers am Kanzelaufgang der Sankt-Bartholomaei-Kirche zu Demmin schmiegt. Dann kriecht sie – wie Kinder, die sich Höhlen bauen – ins Innere des Wendelgehäuses, auf dessen Stufen mildes Licht fällt. Von oben geborgen, von vorn erleuchtet – ein Bild von Schutz und Trost.

          Jan Brachmann
          Redakteur im Feuilleton.

          Dazu Musik: „Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar.“ Johannes Brahms hat aus Versen des 84. Psalms den Text für den vierten Satz in „Ein deutsches Requiem“ gefügt. Es ist der Kirchweihpsalm seit alters her.

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