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Debatte um Verpackungsmüll : Wieviel Plastik ist zuviel für uns?

  • -Aktualisiert am

Plastik könnte ein „grüner“ Werkstoff sein - wenn wir nicht so viel davon wegschmeißen würden. Bild: dpa

Die Diskussion um synthetische Materialien sollte faktenorientierter geführt werden. Denn eigentlich könnten wir mit dem Problem fertig werden. Ein Gastbeitrag.

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          Die industrialisierte Weltgesellschaft ist gegenwärtig bestürzt wegen sich häufender Berichte über die Effekte von Plastikmüll auf den Planeten und wegen der Aussichten darauf, dass wir unsere Lebensweise vielleicht ändern müssen. Diese Frage ist allerdings wesentlich komplexer als etwa das Problem, eine Chemikalie mit plötzlich entdeckten giftigen Eigenschaften zu verbieten.

          Das meiste Plastik wird hocheffizient und mit minimalem Energieverbrauch aus Mineralöl gewonnen. Das Produkt dieses Verfahrens ist ein Material, das mit wenig Hitze in jede gewünschte Form gebracht werden kann, eine lange Lebenszeit hat und sowohl wasser- wie luftdicht ist. Im zwanzigsten Jahrhundert wurde Plastik so zu einem der preisgünstigsten und verbreitetsten Materialien. Vor zehn Jahren führte ein Supermarkt in Großbritannien ein Experiment durch, bei dem Obst und Gemüse unverpackt angeboten wurde. Dabei stellte sich heraus, dass die Reduktion des Plastikmülls zu einer Verdopplung der Lebensmittelmenge führte, die man wegwerfen musste. Rechnet man die ökologischen Konsequenzen der jeweiligen Herstellung von Transport- und Verpackungsmaterial aus, so müssten eine Einkaufstüte aus Segeltuch siebentausendeinhundertmal und eine aus Baumwolle zwanzigtausendmal benutzt werden, wenn man rechtfertigen will, Plastiktüten durch sie zu ersetzen.

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