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Debatte um Kant : Antirassist aus Prinzip

  • -Aktualisiert am

Das Denkmal Kants in Kaliningrad wurde 2018 mit Farbe beworfen. Hintergrund war der Streit um die Benennung des dortigen Flughafens. Bild: Picture-Alliance

Wenn Kant das genetische Erbe der Amerikaner in einen Gegensatz zur Kultur brachte, war das Teil eines „Hypothesenspiels“, das Naturtatsachen keine Zwecke unterschieben wollte.

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          Marcus Willaschek hat Kant wieder Rassismus vorgeworfen. Rassismus bestehe darin, Menschen aufgrund ihrer bloßen Hautfarbe „zu diskriminieren“ oder einen „herabsetzenden Blick“ auf sie zu werfen. Was er Kant vorwirft, ist jetzt erfreulicherweise nicht mehr, was er ihm im früheren Artikel vorgeworfen hatte: Kant habe den Universalismus seiner Moralphilosophie „nicht zu Ende gedacht“. Auch räumt er nun ein, es sei „ein historisches Verdienst“ Kants, prinzipiell allen Menschen gleiche Rechte „zugestanden“ zu haben. Eigentlich sollte er jetzt auch einräumen, dass Kant Anti-Rassist war. Denn daraus, dass alle Menschen gleiche Rechte haben, folgt nach dem Kategorischen Imperativ die Pflicht, die Würde jedes Menschen zu respektieren, egal welche bloß empirischen Merkmale ihm zugeschrieben werden. Auch Menschen anderer Hautfarbe mit Worten herabzusetzen ist Beleidigung, die nach Kants Prinzipien als unmoralisch zu gelten hat. Kant verfügte noch nicht über das Wort „rassistisch“. Das ändert aber nichts an der Sache.

          Also sollte Willaschek nun Kant als Anti-Rassisten betrachten. Gibt es gute Gründe, aus denen er dazu nicht bereit ist? Er selbst gibt solche Gründe nicht an. Im Gegenteil. Er lässt Dinge im Dunkeln, indem er Ausdrücke aus einer Aussage Kants anführt, von denen er behauptet, sie seien „rassistisch“, und dann mit ihr einen Widerspruch konstruiert, in den sich Kant verwickelt habe. Er schreibt: „Doch wer wie Kant allen Menschen die gleiche Würde einräumt, kann nicht ohne Widerspruch behaupten, den ,Bewohnern Amerikas‘ fehle die Fähigkeit zu ,aller Cultur‘.“

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