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Welterbekomitee tagt in Bonn : Sechsunddreißig Kandidaten und eine Erklärung

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Als die Gesichter lebendig wurden: Skulptur der Uta von Naumburg im Lettner des Naumburger Doms. Bild: Jürgen Sieker

Bekommt Deutschland neue Welterbe-Stätten? Die Entscheidung darüber fällt bei einer Tagung in Bonn. Doch die Unesco-Experten müssen sich vor allem auch mit einigen drängenden Fragen auseinandersetzen.

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          Die Unesco will das europäische Übergewicht bei den Welterbe-Stätten langfristig ausgleichen. „Wir erkennen voll und ganz an, dass der Welterbe-Liste eine geografische Balance fehlt“, sagte die Generaldirektorin der Unesco, Irina Bokowa vor Beginn der diesjährigen Tagung des Unesco-Welterbekomitees in Bonn an diesem Sonntag. „Das muss behoben werden.“

          Es seien aber auch schon Fortschritte erzielt worden: So würden in Afrika zunehmend Experten ausgebildet, um Vorschläge für Welterbe-Stätten einreichen zu können. Der Bewerbungsprozess gilt als aufwendig und kostspielig. In diesem Jahr kandidieren erstmals Jamaika und Singapur für die Welterbeliste.

          Anerkennung für die Expertise deutscher Fachleute

          Etwa zweitausend Delegierte entscheiden bis zum 8. Juli über insgesamt 36 Nominierungen. Deutschland hat die Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit dem Chilehaus in Hamburg sowie den Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut in Sachsen-Anhalt vorgeschlagen. Außerdem ist Deutschland beteiligt an einer Sammelbewerbung unter isländischer Führung - dabei geht es um Stätten der Wikingerkultur in Nordeuropa. Die Entscheidungen hierzu werden erst am kommenden Sonntag erwartet. Während der Hamburger Speicherstadt sehr gute Chancen eingeräumt werden, gelten die Aussichten für Naumburg als schlecht.

          Bokowa würdigte die Rolle Deutschlands innerhalb der Unesco. Nach 1995 sei Deutschland nun zum zweiten Mal Gastgeber der Jahrestagung. „Das ist ein deutliches Signal für Deutschlands Engagement beim Schutz des Weltkulturerbes und auch eine Anerkennung für die Expertise deutscher Fachleute“, sagte Bokowa. „Der Reichtum und die Diversität des deutschen Natur- und Kulturerbes stehen stellvertretend für das europäische Welterbe: 39 deutsche Stätten stehen im Welterbe-Verzeichnis.“

          Zerstörung und Plünderung als Instrument der Kriegsführung

          Dazu gehören Orte wie Weimar und Lübeck, Bauten wie der Kölner Dom und die Wartburg und auch Landschaften wie das Wattenmeer. Dem Dresdner Elbtal wurde der Titel 2009 wegen des Baus einer Brücke aberkannt.

          Für Montag bereitet das Komitee eine Erklärung zur drohenden Vernichtung von Welterbestätten vor. „Die gezielte und irreversible Zerstörung von Welterbestätten im Nahen Osten durch Extremisten ist ein unerträglicher Angriff auf das kulturelle Gedächtnis der gesamten Menschheit“, teilte Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, an diesem Sonntag mit. „Der Zerstörung und Plünderung kultureller Stätten als Instrument der Kriegsführung müssen wir uns entgegenstellen.“

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