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Tutanchamuns Grab : Was ist hinter der Wand?

Nichts Genaues wusste man nicht über eine etwaige, noch verborgene Nebenkammer des Grabes von Tutanchamun in Luxor. Nun sind die Archäologen schlauer. Bild: dpa

Das Rätsel, was sich neben der Grabkammer des Pharaos Tutanchamun im Tal der Könige befindet, ist gelöst. Ein Forscher nahm an, dort sei das Grab der Nofretete. Durch Radarscans wurde das jetzt endgültig geklärt.

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          Es hätte die größte archäologische Entdeckung des 21.Jahrhunderts werden sollen: Rätselhafte Kammern im Grabmal des legendären Pharaos Tutanchamun, verborgen hinter Wänden. Viele wähnten darin bereits ähnlich „wunderbare Dinge“ wie einst der britische Archäologe Howard Carter, als er 1922 in die Vorkammer von Tutanchamuns Grab blickte, das er im Tal der Könige entdeckt hatte.

          Manfred Lindinger
          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Manch einer glaubte sogar, dass darin die verschollene Mumie von Königin Nofretete, des jungen Herrschers schöner Schwiegermutter, ihre letzte Ruhestätte gefunden habe. Doch nun haben sich alle Hoffnungen auf den Jahrhundertfund zerschlagen: Der dritte und letzte Versuch, mit Radarstrahlen auf Kammern hinter den Wänden zu stoßen, blieb erfolglos.

          Er untermauert das Ergebnis der bereits vor zwei Jahren vorgenommene Analyse. Bis zu vier Meter tief habe man hinter die Mauern geblickt und definitiv nichts gefunden, sagte Franco Porcelli von der Politechnischen Universität Turin, der an den jüngsten Untersuchungen beteiligt war.

          Mit den im Februar begonnenen Radarscans wollte man endlich Klarheit in eine seit drei Jahren anhaltende Diskussion bringen, die der britische Archäologe Nicholas Reeves losgetreten hatte. Reeves hatte auf Fotos von den mit Malereien verzierten Grabwänden feine Linien entdeckte, die er seitdem für zugemauerte Eingänge von geheimen Nebenräumen hält, in denen Nofretete ruhen soll. Der allererste Radarscan schien Reeves These tatsächlich zu bestätigen. Doch nun kennt man offenbar auch den Grund dafür. Es habe sich um Geistersignale gehandelt. Diese seien von Radarstrahlen erzeugt worden, die an den Wänden reflektiert worden seien, so Procelli.

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