https://www.faz.net/-gqz-9ss7z

Carola Rackete : So kann man nicht die Welt retten

  • -Aktualisiert am

„Handeln statt Hoffen“: Carola Rackete stellt in Berlin ihr neues Buch vor. Bild: dpa

Ein neues System muss her: Carola Rackete spricht über ihr neues Buch, das zur Rettung der Erde und zum Schutz der Geflüchteten aufruft. Helfen dramatische Töne und einfache Wahrheiten da weiter?

          2 Min.

          Es ist ja richtig: Die Zeit drängt. Die Folgen des Klimawandels sind immer deutlicher zu sehen, die Berechnungen sind alarmierend, radikale Maßnahmen zur Rettung des Planeten unumgänglich. Seit Jahrzehnten warnen Forscher vor den ökologischen Kosten unseres hohen Lebensstandards; Gier, Verschwendung, die Sucht nach Wachstum sind nicht erst seit heute Gegenstand einer umfassenden Konsumkritik; lange vor Greta gab es eindringliche Appelle, die Schöpfung zu bewahren und unsere Lebensweise grundlegend zu verändern. Wir wissen es alle: Es wurde einiges für den Umweltschutz getan – aber es reicht bei weitem nicht aus. So alt die Kritik ist, so richtig ist es, sie zu erneuern, wenn die Lage immer akuter wird. Die Frage ist nur, auf welche Weise das geschieht.

          Carola Rackete, Kapitän der „Sea-Watch 3“ (und nur als solcher will sie bezeichnet werden, nicht als „Kapitänin“, wie man oft liest), war in aller Munde, als sie das Schiff mit 53 Flüchtlingen ohne Genehmigung der italienischen Behörden im Hafen von Lampedusa anlegte. Sie tat es, weil sie es als ihre Pflicht ansah, die Menschen an Bord zu retten. Darüber sprach sie gestern auf einer Pressekonferenz in Berlin, auf der sie ihr neues Buch vorstellte (dessen Erlöse sie an eine Hilfsorganisation für Geflüchtete spendet). Um die Flüchtlinge, in deren Namen zu sprechen sie sich nicht anmaßen wolle, ging es dabei nur am Rande. Rackete, die sich kürzlich der umstrittenen Bewegung „Extinction Rebellion“ angeschlossen hat, nutzte ihre Prominenz vielmehr dafür, ein Manifest für eine grundlegende Transformation des kapitalistischen Systems vorzulegen: „Für alle Opfer des zivilen Gehorsams“, wie es in der Widmung ihres Buches mit dem dramatischen Titel „Handeln statt Hoffen. Aufruf an die letzte Generation“ heißt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Im Gespräch: Günther Jauch – hier bei einer Moderation zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit – wundert sich über Hass.

          Günther Jauch über Drohungen : „Ich bin völlig angstfrei“

          Günther Jauch war Werbegesicht einer Impfkampagne, erkrankte dann an Corona – und bekam den Hass von Impfgegnern ab. Ein Interview über seine Erkrankung, unzuverlässige Schnelltests und Pöbler, die sich nicht verstecken.

          Astra-Zeneca-Ablehnung : Zweifel macht wählerisch

          Der Astra-Zeneca-Impfstoff wird für Menschen über 60 empfohlen. Doch die wollen ihn oft nicht haben und bemühen sich lieber um Impfstoffe von Biontech oder Moderna. Haben die Jüngeren deshalb das Nachsehen?