https://www.faz.net/-gqz-9f8t6

Stadtfrust? Landlust! : Das Glück liegt in der Provinz

  • -Aktualisiert am

Ab aufs Land, aber schnell: Dort ist auch Platz für Hühnerhäuser. Bild: ZB

Viele Großstädter möchten am liebsten wegziehen. Aber wohin? Der Zukunftsforscher Daniel Dettling erklärt in einem Gastbeitrag: Dem ländlichen Raum steht ein Ansturm bevor.

          3 Min.

          Entgegen der weitverbreiteten Annahme, Deutschland sei ein Land der großen Städte, lebt die Mehrheit der Deutschen weder in einer Großstadt noch in einem Dorf, sondern in kleinen und mittleren Städten. Der jahrzehntelange Trend zur Landflucht, wonach immer mehr Menschen in die Städte ziehen und das Land verlassen, ist seit einigen Jahren gestoppt. Die große Mehrheit der Deutschen zieht es nicht mehr in die Großstädte. Eine Befragung der Stiftung Baukultur aus dem Jahr 2015 hat ergeben, dass fast achtzig Prozent am liebsten auf dem Land oder in einer Mittel- oder Kleinstadt leben würden. Und eine Forsa-Umfrage hat in diesem Sommer für die Hauptstadt offenbart, dass ein Drittel der Berliner lieber anderswo wohnen würde. Von den Neu-Berlinern ist es sogar fast die Hälfte. Einer deutlichen Mehrheit der Alt-Berliner macht das forcierte Wachstum ihrer Stadt Sorgen. Nicht viel anders werden die Ergebnisse in Frankfurt, München, Köln und Hamburg sein. Für das Comeback des ländlichen Raums und der Regionen sprechen demographische, ökonomische und technologische Gründe.

          Demographisch: Die Bevölkerungsprognosen für die nächsten Jahrzehnte müssen aufgrund der Zuwanderung in den letzten Jahren neu berechnet werden. Bis 2021 prognostiziert das Institut der deutschen Wirtschaft einen Anstieg der Einwohner von heute 82 auf dann rund 84 Millionen. Deutschland wächst. Für die Schrumpfungsregionen in West und Ost, die unter Abwanderung leiden, ist dies eine Chance.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Wie sensibel darf es sein? Der Philosoph Richard David Precht während der phil.Cologne im September 2021

          Precht und Flaßpöhler : Sie nennen es Freiheit

          Die haltlosen Behauptungen der Impfskeptiker dringen immer weiter in die bürgerliche Mitte vor. Für die neue pandemische Situation ist das fatal.
          Kölner Parallelwelt: Volle Ränge beim Spitzenspiel gegen Mönchengladbach

          Volles Stadion in Corona-Krise : Bundesliga-Spitzenspiel in Absurdistan

          Empörung und Fassungslosigkeit vieler Menschen beim Blick auf das volle Stadion in Köln sind verständlich. Aber allein der Bundesliga dieses groteske Bild vorzuwerfen, wäre zu leicht.