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Das Genie des Gio Ponti : Diese Leichtigkeit des Sitzens

Die Kirche San Francesco d’Assisi al Fopponino in Mailand 1961–64. Bild: Taschen

Der italienische Architekt und Designer Gio Ponti starb vor mehr als vierzig Jahren – und hat der Gegenwart doch enorm viel zu sagen: über eine Moderne, die menschenfreundlich und heiter ist.

          4 Min.

          Dass die moderne Architektur mit einer Heldensage beginne, mit einer gut verständlichen und übersichtlichen Geschichte, in welcher unerschrockene Architekten sich gegen das Establishment stellten, etwas völlig Neues, nie Gesehenes schüfen und mit dem ganzen Plüsch, dem Schmuck und den Ornamenten zugleich auch die Verhältnisse, die solches Gerümpel hervorgebracht hätten, abräumten und endlich Platz für freie Menschen schafften: Das war schon immer mehr selbstverschuldete Sinnestäuschung als akkurate Beschreibung der Realität. Aber im Fall von Gio Ponti, dem italienischen Architekten und Designer, ist es besonders falsch.

          Claudius Seidl
          Redakteur im Feuilleton.

          Es stimmt natürlich, dass dieser Gio Ponti einige der schönsten, heitersten und eigenwilligsten Bauten der Architekturmoderne entworfen hat, darunter das Pirelli-Hochhaus in Mailand, die Villa Planchart in Caracas, das Hotel Parco dei Principi in Sorrent und die Kathedrale von Tarent. Weiterhin hat er herrlich leichte Möbel von staunenswerter Schlichtheit entworfen, darunter den Stuhl Superleggera, der so modern und zugleich so stimmig, schlüssig und logisch wirkt, als wäre der Stuhl als solcher nur dazu erfunden worden: damit er, als Vollendung gewissermaßen, die Form der Superleggera annimmt.

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