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Wieder so ein Langhaariger, die Mode ist einfach nicht auszurotten: Terracotta-Büste von Sir Hans Sloane Bild: bpk/The Trustees of the British Museum

Der lange Schatten des Empires : Das Britische Museum und sein Gründervater Hans Sloane

  • -Aktualisiert am

Es tobt ein Kulturkrieg um den Umgang mit dem kolonialen Erbe: Das Britische Museum hat alle Mühe, mit seinem Gründervater Hans Sloane umzugehen.

          7 Min.

          Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, dass im Juni 2007 nicht einmal der Hauch eines Einspruchs zu vernehmen war bei der Enthüllung eines Denkmals für Sir Hans Sloane in einem Einkaufszentrum des noblen Londoner Stadtteils Chelsea. Der renommierte Mediziner, Naturkundler und obsessive Sammler hatte Anfang des achtzehnten Jahrhunderts Ländereien in Chelsea erworben. Durch das seltsame Fortleben feudaler Grundbesitzverhältnisse gehören diese bis heute seinen Nachfahren, den Grafen Cadogan. Als das Denkmal errichtet wurde, glaubten Bezirksverwaltung und Eigentümer der Liegenschaften offenbar, sich mit Sloane zieren zu können.

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Seit dem Tod des Amerikaners George Floyd im vergangenen Sommer steht das Denkmal auf der Abschussliste derer, die in der polarisierten Kolonialismusdebatte sämtliche Repräsentanten des Imperialismus vom Sockel reißen wollen, ohne die Komplexitäten des Britischen Empires und der Menschheit überhaupt zu berücksichtigen. An kaum einer Figur lassen sich diese Komplexitäten so prägnant festmachen wie an Sir Hans Sloane.

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