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Höcke und die AfD : Folge dem weißen Kaninchen!

„Wodurch unterscheidet sich aber unsere Freiheitsgeschichte von der Freiheitsgeschichte des Ebers, wenn sie nur in den Wäldern zu finden ist?“ So fragte, schon vor 175 Jahren, Karl Marx. Bild: ddp Images

Die Leute um Björn Höcke sind nationalistisch. Hilft es aber, sie deshalb „Nazis“ zu nennen? Und kann ein Vortrag, den Adorno vor 52 Jahren hielt, uns heute dabei helfen, den neuen Rechtsradikalismus zu verstehen?

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          Seitdem der rechte, sogenannte Flügel immer stärker wird in jener Partei, die sich Alternative für Deutschland nennt; seitdem sich in fast allen Umfragen abzeichnet, dass die von diesem Flügel dominierte Partei in fünf Wochen womöglich die stärkste Kraft werden könnte bei den Landtagswahlen in Brandenburg und in Sachsen – seitdem, so kommt es einem vor beim Zeitungslesen, Radiohören und im Gespräch mit Freunden und Bekannten, seitdem steht die N-Frage sehr weit oben auf der Tagesordnung: Ist Björn Höcke, der thüringische Landesvorsitzende und Chefdenker des Flügels, ein Nazi? Darf man generell die Leute, die in der Partei jetzt immer mehr zu melden haben, Nazis nennen? Gibt es, zumindest, eine geistige, moralische und politische Nähe und Verwandtschaft? Markiert man die Bedrohung, die man zu spüren scheint, die Gefahr, die von Leuten wie Höcke offensichtlich ausgeht, am schärfsten dadurch, dass man sie als Nazis bezeichnet?

          Claudius Seidl

          Redakteur im Feuilleton.

          Leider kann man diese Fragen nicht beantworten, ohne sich zuvor eine andere Frage gestellt zu haben: Was ist das eigentlich, ein Nazi? Was war der Nationalsozialismus?

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