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Das Leben nach der Pandemie : Willkommen zum Ball der Geimpften!

  • -Aktualisiert am

Was können Geimpfte der Gesellschaft zurückgeben? Darüber lohnt es sich eher nachzudenken als darüber, welche Privilegien sie erhalten können. Bild: Lucas Bäuml

Werden wir bald wieder auf Partys eng miteinander tanzen? Oder wird sich unser nach-pandemischer Alltag nicht viel eher grundlegend verändern? Das Leben mit der Pandemie verlangt eine Blickumkehr. Ein Gastbeitrag.

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          Wenn derzeit diskutiert wird, ob es für Geimpfte „Privilegien“ geben sollte, unterlegt selbst die seriöse Tagesschau solche Fragen mit Bildern von Techno-Partys und Kneipengelagen. Dies ist nicht nur bezeichnend für die Verkümmerung hedonistischer Phantasie, sondern überhaupt für einen Gegenwartsdiskurs, der bezüglich einer Zukunft nach der Pandemie erstaunlich wenig schöpferisch ist, was sich nicht zuletzt in der Formel einer erwarteten und ersehnten „neuen Normalität“ niederschlägt. Ist „Normalität“ wirklich alles, was uns einfällt nach einem Jahr Pandemie und zeitweisen Lockdowns? Sobald der Fuß von der Spaßbremse genommen wird: Ein Zurück in das Altbekannte plus Impfung? Was an der erwarteten Normalität soll „neu“ sein?

          Der durch Pandemien erzeugte Veränderungsdruck hat stets Anpassungsprozesse erzwungen, die in vielen Fällen in zivilisatorische Weiterentwicklungen gemündet sind, hinter die niemand von uns zurück möchte. Man bedenke beispielsweise, dass erst nach der Choleraepidemie im 19. Jahrhundert die Städte Europas konsequent mit Kanalisationen für Abwasser und Fäkalmaterie versehen wurden, eine städtebauliche Revolution unterirdischer Klinkerbauten, die enorme Folgen für die Lebensdauer der Menschen und die Verminderung der Kindersterblichkeit hatte. Und neu war nicht die Idee – die Cloaca Maxima Roms existierte der Sage nach bereits seit den Zeiten des Lucius Tarquinius Priscus (6. Jahrhundert vor Christus) –, neu war die Notwendigkeit, etwas durchzuführen, was zuvor nicht möglich, nicht sinnvoll oder zu teuer schien.

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